Neue Sicherheitspässe ab Freitag

13. Juni 2006, 17:19
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Ausstellung dauert fünf Werktage - Größere Fälschungssicherheit durch Chip - Österreich erfüllt EU-Abkommen

Wien - Mit der Einführung des neuen Sicherheitspasses kommt Österreich einem Übereinkommen mit den EU-Staaten nach. So werden einheitliche Standards geschaffen, sagte Innenministerin Liese Prokop bei der Präsentation des neuen, "fälschungssichereren" Dokuments am Dienstag in Wien. Belgien, Schweden, Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben schon auf den Pass, der biometrische Daten auf einem Chip speichert, umgestellt. In Österreich kann das Reisedokument ab Freitag beantragt werden.

Wappen und Wahrzeichen

Vorerst werden auf dem Chip nur Daten gespeichert, die auch der alte Pass enthält: persönliche Daten, Foto und Unterschrift. Den neuen Pass erkennt man an einem goldenen Zeichen auf der Vorderseite. Der Chip auf der Rückseite sei nicht sichtbar, sagte die Ministerin. Unter UV-Licht werden auf allen Seiten des Sicherheitspasses Wappen und Wahrzeichen der österreichischen Bundesländer sichtbar. Diese Bilder würden die Fälschungssicherheit zusätzlich gewährleisten. Schon der alte Pass sei relativ sicher gewesen, meinte Prokop. In Österreich habe man kein Problem mit Fälschern gehabt.

Fünf Tage warten

Der Sicherheitspass werde schrittweise eingeführt, alte Reisedokumente bleiben bis zum Ablaufdatum gültig. Wegen der strengen Sicherheitsauflagen beim Herstellen der Pässe, die zentral in der österreichischen Staatsdruckerei angefertigt werden, muss die Antrag stellende Person nun etwa fünf Tage auf das Dokument warten. Der Pass wird dann mit der Post zugestellt. Zuvor wurde er sofort ausgehändigt.

Kinderpass

An den Kosten ändert sich nichts: 69 Euro zahlen Erwachsene für die Ausstellung. Neu ist ein spezieller Kinderpass um 26 Euro. Damit sei man dem Wunsch von Familien nachgekommen, so Prokop.

Herkömmliche Fotos sind für den neuen Pass nicht zu gebrauchen, sagte die Ministerin. Fotografen seien jedoch über die Auflagen für das neue Passbild informiert, das nun digitalisiert in das Dokument gedruckt anstatt geklebt wird. Eine Brille zu tragen, durch die die Augen nicht mehr erkennbar sind, oder Gesicht verziehen seien nicht erlaubt - sonst haben etwa Scanner auf Flughäfen in Zukunft Probleme mit der elektronischen Gesichtserkennung. Frühestens in zwei bis drei Jahren werden Fingerabdrücke auf dem Chip gespeichert. (APA)

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