Ermittler auf Spurensuche fast zwei Jahrzehnte zurück

22. Juni 2006, 19:56
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Angeblich wird früheren Osteuropa-Konten nachgespürt - auch Assets bei gewerkschaftsnahen Versicherungsvereinstöchtern im Visier

Wien - Fieberhaft suchen die Ermittler im Wirtschaftskrimi um BAWAG und ÖGB nach dem Ursprung der Milliardenschulden und spektakulären Verluste, aber auch ob irgend wo größere Vermögenswerte gebunkert sind, die im Notfall zu Barem gemacht werden können.

Seit Wochen halten sich Spekulationen, wonach die Wurzeln der Entwicklungen, die zum Teil mit karibischen Riesenverlusten geendet haben, auch auf frühere Geschäfte mit dem ehemaligen Ostblock zurück gehen könnten. Nachgegangen wird demnach allfälligen alten Kontoverbindungen, die in die zweite Hälfte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts datieren könnten. Auch von einstigen Russland-Geschäften der alten Garde und ihrer Geschäftspartner ist die Rede. Bestätigt wurde das bisher nach außen von niemand.

Stiftungen und Oasen

Wenn der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Einzelgewerkschaften für ihren Wirtschaftskraft-Nachweis "die Hosen runter lassen" müssen, so sind, so heißt es von informierter Quelle, nicht nur Immobilien gemeint, deren Werte aufgedeckt oder realisiert werden könnten. In neuerer Zeit entstanden unzählige Stiftungen, oftmals in Steueroasen, die auch wertvolle Assets umfassen könnten. Seit weitaus früherer Zeit, noch viel schwerer einem bestimmten Vermögenskreis zuzurechnen, gibt es auch in Österreich vor allem für Finanzinstitutionen die Rechtsform von "Vereinen auf Gegenseitigkeit". Zumal sie in ihrer Rechtspersönlichkeit formal als "eigentümerlos" gelten, sich praktisch "selber" beziehungsweise - als Assekuranz - den Versicherten gehören.

Richtung gewerkschaftsnaher Firmen

Dem Vernehmen nach geht die Spurensuche auch in Richtung gewerkschaftsnaher Firmen und seit kurzem unter anderem auch in Richtung Merkur-Versicherung. Diese steirische Versicherung gilt in der Branche als der "GPA nahestehend". In der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wird gegenüber der APA fest gehalten, dass die Merkur Versicherung eigentümerlos sei und eine wechselseitige Versicherung. Die Versicherung stehe zwar der GPA Steiermark nahe, aber sie gehöre nicht zu deren Vermögen, wird aus der GPA-Zentrale betont. (APA)

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