FC Tirol-Prozess wird neu aufgerollt

24. Juni 2006, 15:11
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Schuldsprüche teilweise aufgehoben

Wien - Eine Wende hat es am Dienstag im Prozess um die Millionenpleite des FC Tirol gegeben. Der Prozess muss in wesentlichen Teilen neu aufgerollt werden. Der Oberste Gerichtshof hob am Dienstag die Schuldsprüche für den früheren Manager Robert Hochstaffl und die beiden ehemaligen FC Tirol-Präsidenten Othmar Bruckmüller und Martin Kerscher teilweise auf. Der Senat (Karl Mayrhofer) ortete im Urteil des Landesgerichts Innsbruck, das die einstigen Bosse des Klubs im Jänner 2005 wegen grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen schuldig gesprochen hatte, einige Feststellungsmängel.

Nach sechs Verhandlungstagen hatte das Erstgericht damals festgestellt, die Zahlungsunfähigkeit des Vereins, der zwischen 2000 und 2002 dreimal in Folge Fußball-Meister geworden war, sei schon ab Mitte 2001 erkennbar gewesen. Dennoch hätten die Verantwortlichen weiter gewirtschaftet. Hochstaffl wurde dafür zu einem Jahr, die beiden Ex-Präsidenten zu jeweils neun Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Verteidiger legten dagegen Nichtigkeitsbeschwerde ein, die Staatsanwaltschaft meldete Berufung gegen die ihrer Ansicht nach zu milden Strafen an.

Mit der nunmehrigen OGH-Entscheidung muss die strafrechtliche Aufarbeitung des gleichermaßen spektakulären wie unrühmlichen Endes des FC Tirol vom Landesgericht Innsbruck ergänzt werden. Der Senat, der sich damit auseinander zu setzen haben wird, muss auch die Strafen neu festsetzen. (APA)

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