Bank-Verkauf nicht vor der Wahl

22. Juni 2006, 19:56
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Obwohl die Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. sehr dringend einen neuen Eigentümer braucht, wird Verkauf erst nach Nationalratswahl über die Bühne gehen

Wien - Obwohl die Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. sehr dringend einen neuen Eigentümer braucht, wird der Verkauf erst nach der herbstlichen Nationalratswahl über die Bühne gehen. Diese Einschätzung wurde am Dienstag gegenüber der APA aus Regierungskreisen laut.

Auch RZB-Chef Walter Rothensteiner ist überzeugt davon, dass der Verkauf der BAWAG nicht vor der Wahl stattfindet.

In den Augen von Rothensteiner hat ein ausländischer BAWAG-Käufer die besten Chancen. Den Raiffeisen-Sektor nimmt Rothensteiner im "News"-Interview aber noch nicht aus dem Rennen: " Ich glaube, keiner von uns kann sagen, dass es ihn nicht interessiert. Es geht bei der BAWAG um ein wesentliches Stück des österreichischen Marktes".

Kartellrechtliche Gründe

Sorge hat Rothensteiner, dass Raiffeisen auf Grund der starken Präsenz schon aus kartellrechtlichen Gründen ausscheidet. Dies gelte seiner Meinung nach auch für die Erste Bank, die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) und die Volksbanken. "Vor der Kartellbehörde wird es nicht einfach zu argumentieren sein", meint der RZB-Chef. "Trotzdem werden wir uns die BAWAG ansehen".

Die Rechte der Finanzmarktaufsicht (FMA) hält Rothensteiner in Bezug auf den BAWAG-Skandal für ausreichend. "Ich habe keine Sorge vor einer zu starken Aufsichtsbehörde, aber es wird sich letztendlich auf das Ergebnis niederschlagen, wenn wir das ganze Jahr Prüfer im Haus haben", so Rothensteiner. "Ich wehre mich nur dagegen, dass man glaubt, durch mehr Prüfer Schadensfälle dieser Form verhindern zu können. Wenn jemand bewusst seinen Aufsichtsrat hintergehen will, wird er das schaffen", erklärt der RZB-General. (APA)

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