Verkehrs-"Ringsystem" zwischen Wien und Bratislava geplant

13. Juni 2006, 20:33
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Kukacka: Bis 2012 soll Fahrtzeit zwischen den "Twin Cities" nur noch 35 Minuten betragen

Wien - Maßnahmen und Vorstellungen hinsichtlich der verkehrstechnischen Annäherung der "Twin Cities Wien - Bratislava" haben der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Wien, Albert Hochleitner, und Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V) am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien präsentiert. Bis spätestens 2012 bestehe die Absicht, auf Straße und Schiene je ein Ringsystem zwischen den Hauptstädten zu errichten.

Fahrzeit 35 Minuten

Die Fahrtzeit solle für die Strecke zwischen Wien und Bratislava künftig nur noch 35 Minuten betragen. Als maßgebliches Projekt zur Realisierung dieses Plans startet demnach ab 2007 zum

Beispiel der Schienenneubau der Götzendorfer Schleife zwischen dem Flughafen und der Ostbahn. Umfasst seien alle geplanten Maßnahmen unter dem Leitfaden einer "Twin City Strategie", von der beide Hauptstädte profitieren sollen. Das Potenzial der Region Wien-Bratislava sei beträchtlich, so Hochleitner.

Um jenes so gut wie möglich zu forcieren, soll auch eine Modernisierung und Elektrifizierung der bestehenden Strecke Gänserndorf - Marchegg - Bratislava erfolgen. Die Bahnroute zwischen Wien-Stadlau und Marchegg nach Devinska Nova - Ves - Bratislava soll abschnittsweise zweispurig verlaufen. In punkto Straßenanbindungen sei die Nordostautobahn (A6) ein maßgebliches Projekt, dass Ende 2007 fertig gestellt sein soll. Dadurch entstehe die erste hochrangige und durchgehende Autobahnverbindung zwischen Wien und Bratislava, meinte der Verkehrs-Staatssekretär.

Marchfeld Schnellstraße

Bereits im Bundestrassengesetz verankert ist die Errichtung der Marchfeld Schnellstraße (S8), einer Strecke nördlich der Donau zwischen Wien und der Staatsgrenze bei Marchegg. Nach Fertigstellung der Detailplanungen solle ab 2010 mit der Realisierung begonnen werden, erklärte Kukacka.

Die "Twin City Region" habe das Potenzial "zum Wachstumsmotor zu werden", sagte Hochleitner. "Ob sie das wird, ist eine Frage des Gestaltungswillen der Politik." Die IV präsentierte noch weitere Vorschläge zu verkehrstechnischen Verbesserung der beiden Hauptstädte. So prüfen zwei Arbeitsgruppen die Voraussetzungen zur Errichtung einer Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Wien und Bratislava, auch die Verlängerung der Transsibirischen Eisenbahn in den "Twin City Raum" sei anzudenken. "Damit würden wir den Weg in den asiatischen Raum ebnen", meinte Hochleitner. (APA)

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