"Come together - come out!"

23. Juni 2006, 14:46
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Zum elften Mal demonstrieren Lesben, Schwule und Transgender Personen in Wien - Regenbogenparade am 1. Juli - Okto mit queerem Programm

Anfang Juli werden sich erneut Zehntausende Menschen "andersrum" über den Wiener Ring bewegen, um an der elften Regenbogenparade teilzunehmen, einem Demonstrationszug mit Fußgruppen und bunt geschmückten, oft werbedominierten Fahrzeugen. Am 1. Juli wird es ab 15 Uhr vom Stadtpark gegen die Fahrtrichtung über Kai und Ring bis zum Heldenplatz gehen, wo die Schlussveranstaltung ("Celebration") mit Stargast Jimmy Somerville stattfinden wird.

Angesichts einer in Österreich vorherrschenden Politik von Ignoranz gegenüber Lesben, Schwulen und Transgender Personen ist die Parade nach wie vor ein wichtiges Zeichen für eine Kultur der Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung. Seit Anfang Juni sind auf den Wiener Straßenbahnen bereits kleine Regenbogenfahnen zu sehen, quasi als Einstimmung für das Sammeln unter dem Regenbogen, gesponsert von Einzelpersonen, Einrichtungen und (rot-grünen) Parteien.

Das Motto der heurigen Veranstaltung lautet "Come together - come out!". Zum einen wolle man damit an das solidarische Zusammenkommen von Lesben, Schwulen, Transgender und deren UnterstützerInnen erinnern, so der Obmann des Paradenorganisators, der Wiener Homosexuelle Initiative (HOSI), Christian Högl, in einer Aussendung. Zum anderen sei es ein Aufruf an alle versteckt lebenden Homosexuellen, den Tag der Demonstration zum Ausbruch aus der Isolation zu nutzen.

Feiern

Zur Abschlussfeier am Heldenplatz haben sich neben Alt-Britpopper Jimmy Somerville auch die italienische Bühnendiva Franca Morgano und die österreichische Imitatorenformation ABBAriginal angesagt. Diese hatte im September 2005 für Aufsehen gesorgt, als sie einen zunächst angekündigten Auftritt bei einer Wahlveranstaltung der FPÖ aus politischen Gründen absagte. Als Abrundung werden die Münchner "Schwuhplattler" eine ungewöhnliche Variante schwuler Kultur zum Besten geben.

In zahlreichen Wiener Lokalen kann anschließend in die Nacht gefeiert werden. Zwei Beispiele: Die FZ-Bar (Währinger Straße 59/6) lädt ab 20 Uhr zum Lesbenfest (Female Sounds presented by Leni, An & Freundinnen). In demselben Hof laden drei Clubs ab 21 Uhr zu einer Party in den WUK Saal (H.A.P.P.Y meets ENTIENDE meets HOMORIENTAL).

Queer im Fernsehen

Im Wiener Fernsehsender Okto begibt sich das Magazin "common!motion!" am 24. Juni in einer Reportage auf die Suche nach den historischen Wurzeln des CSD und der Wiener Regenbogenparade. Am 12. Juli (um 21.30) wird ein "Best of" der Parade gezeigt. Wer nach der Parade vor der Flimmerkiste sitzen will, kann am 1. Juli die komplette erste Staffel der Berliner Kultsoap "Berlin Bohème" non stop auf Okto erleben (ab 20 Uhr) - oder aufzeichnen. Das Schikaneder Kino in Wien (Margaretenstraße 24) überträgt live und bei freiem Eintritt.

Umfrage

Das deutsche Informations- und Meinungsportal sozioland führt auch in diesem Jahr wieder eine umfangreiche Befragung rund um CSD und Regenbogenparaden durch: Die richtige Plattform für politische Themen? Wie bewerten die Befragten die Politik für Homosexuelle im eigenen Land?
>>> Zur Umfrage (red)

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Regenbogenparade am 1. Juli
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    foto: diestandard.at/yeoh
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