Jazzfestival Saalfelden: Neustart mit 31 Konzerten

13. Juni 2006, 12:06
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Kongresshaus als neuer Veranstaltungsort - auf dem Programm unter anderem Bobby Previte, Steve Coleman und Mark Ribot

Salzburg - Nach der Absage des Internationalen Jazzfestivals Saalfelden im Jahr 2005 präsentiert sich das Traditionsfestival heuer von 24. bis 27. August mit neuem Programm. Mit 31 Konzerten im vor Kurzem radikal umgebauten Kongresshaus, im Kunsthaus Nexus, auf einer Freiluftbühne vor dem Rathaus und in einer Reihe von Almhütten wollen die Veranstalter an die großer Zeit dieses Festivals anknüpfen.

"Die 150.000 Euro teure Zeltstadt auf der Wiese gibt es nicht mehr, die ist nicht mehr finanzierbar", erläuterte Christian Kresse, Tourismus-Direktor der Stadt und kaufmännischer Leiter des Festivals am Dienstag bei einem Pressgespräch in Salzburg. "Dafür rücken wir ins Zentrum Saalfeldens, womit die Identifikation der Saalfeldner mit ihrem Festival gefestigt werden wird." Das neue Kongresshaus bietet Platz für 1.300 Besucher, an drei Tagen sollen je fünf der großen Konzerte stattfinden. Auch die Shortcuts wird es wieder geben, und zwar im Kunsthaus Nexus, in das 200 Besucher passen. Zehn frei zugängliche Jazz-Konzert werden auf dem Rathausplatz und in diversen Almhütten und Wirtshäusern über die Bühnen gehen.

"Intimere Atmosphäre"

Das Jazzfestival Saalfelden wird heuer kleiner als in den vergangenen Jahren, die Veranstalter rechnen in den drei Tagen nicht mit insgesamt 10.000 Besuchern, sondern mit rund der Hälfte. "Es wird eine deutlich intimere Atmosphäre geben", so die beiden künstlerischen Leiter des Festivals, Michaela Mayer und Mario Steidl. Auch das Budget ist von zuletzt 800.000 auf 550.000 Euro geschrumpft, wobei das Tourismus-Ressort des Landes 95.000 Euro beisteuert, das Kulturressort aber nur 10.000. "Bei den Bands sparen wir nicht, im Gegenteil, wir investieren deutlich mehr Geld in die künstlerische Produktion", so Steidl.

Tatsächlich scheint das aktuelle Programm in Sachen Vielfältigkeit und Aktualität mit den vergangenen Jahren mithalten zu können. "Ich glaube, acht Welt-Premieren, fünf Europa-Premieren, und sechs Österreich-Premieren belegen, dass wir nicht bloß einkaufen, was die Agenturen gerade anbieten. Das wäre langweilig. Wir kontaktieren die Künstler zum Teil selber und direkt und fragen, was sie anbieten können. Zum Teil kontaktieren die Künstler uns und sagen, sie würden gerne ihre neuesten Programme in Saalfelden präsentieren und erst dann auf Tournee gehen", so Mayer und Steidl.

Auf dem Programm

Die Highlights der internationalen Jazzszene könnten Bobby Previte, Henry Threadgill, das Tomasz Stanko Quartett, Steve Coleman und Mark Ribot werden, dazu kommen eine Reihe österreichischer Jazzer an prominenten Programm-Plätzen. Lorenz Raab wird spielen und auch Max Nagl, Hannes Löschel und vor allem der Zither-Spieler Christof Dienz, der in insgesamt vier Formationen auf der Bühne stehen wird. Abgerundet wird das Festival-Programm 2006 durch eine Reihe wenig bekannter Bands und Musiker mit fast ausschließlich brandneuen Projekten aus dem Bereich Jazzexperiment, elektronische Musik, Mainstream und Jazz-Komposition. (APA)

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