Sexualopfer erniedrigt: Grüne Anfrage

11. Juli 2006, 12:29
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Auf die Antwort von Innenministerin Prokop darf man gespannt sein

Wien - Die Art und Weise, wie bei der Polizei mit Frauen umgegangen wird, die ein Sexualdelikt anzeigen (wollen), muss nun auch Liese Prokop beschäftigen. Die Grünen haben als Reaktion auf einen am Montag im Standard geschilderten Vorfall eine parlamentarische Anfrage an die Innenministerin gerichtet.

Eine Beamtin im Polizeikommissariat Donaustadt hatte Anfang Juni einem mutmaßlichen Sexualopfer von vornherein Unglaubwürdigkeit bescheinigt. Mehr noch: Sie empfahl ihr mit bedrohlichen Worten, auf eine Anzeige zu verzichten. Die eingeschüchterte Frau musste sich nachsagen lassen, sie wolle wahrscheinlich nur einen Seitensprung vertuschen. Eine anwesende Vertrauensperson des Opfers durfte beim Gespräch nicht dabei sein.

Zehn Tage später erhielt die Frau eine Kopie der Anzeige. "Sie ist unvollständig, manipulativ abgefasst und in wichtigen Punkten schlicht unrichtig", sagt sie. Die Frau fürchtet nun, dass die Staatsanwaltschaft der Sache gar nicht nachgehen wird.

Bei diesem Vorfall handle es sich um "ein absolut unzulässiges und skandalöses Verhalten einer Polizeibeamtin", heißt es in der Einleitung zur Anfrage der Grünen: "Situationen wie die beschriebene führen dazu, dass Frauen bzw. Opfer von Sexualdelikten aufgrund von beleidigendem und erniedrigendem Verhalten seitens der Behörden den Schutz des Strafrechtes nicht beanspruchen können."(dag)

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