Verkaufsoptionen: Tranchierung oder Hedge-Fonds

22. Juni 2006, 19:56
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Allianz, Volksbanken sowie US-Hedge Fonds Cerberus und J.C. Flowers interessiert - Experten: Scheibchenweiser Verkauf könnte mehr Erlös bringen

Wien - Ein Verkauf der Gewerkschaftsbank BAWAG wird immer dringlicher. Experten und Zeitungen spekulieren über die Form, in der das geschehen kann. Als Möglichkeiten genannt werden unter anderem auch "ein scheibchenweiser Verkauf" sowie der Einstieg von US-Hedge Fonds, so genannter "Heuschrecken". In Summe müsste ein Verkauf rund 2,2 Mrd. Euro "einspielen", damit der Gewerkschaftsbund ÖGB pari aussteigt.

Als Kaufinteressenten würden die Allianz-Versicherung und die Volksbank AG gehandelt, schreibt der "Kurier" (Dienstagausgabe). Die ÖVAG würde nur kaufen, um später an die Börse zu gehen. Offen sei allerdings, ob die heimischen Volksbanken einverstanden sind. Laut "WirtschaftsBlatt" haben auch die US-Hedge Fonds Cerberus Capital und J.C. Flowers die Bank ins Visier genommen.

Verkauf in Scheibchen

Im ÖGB würden sich Stimmen mehren, "die fordern, dass die BAWAG nicht in ihrer Gesamtheit verkauft wird, sondern dass die Bank bereits vorher aufgeteilt und scheibchenweise verkauft wird", schreibt der "Kurier" in seiner Dienstagausgabe. Das würde laut Investmentbankern mehr erlösen als der Verkauf der gesamten Bank. Der ÖGB dementiert solche Pläne offiziell.

Laut "Kurier" könnte der Drittel-Anteil an den Lotterien gesondert verkauft werden, wofür Raiffeisen, BA-CA oder Frank Stronach in Frage kämen. Der Wert der Bawag Immobilien AG mit rund 1.000 Liegenschaften wird auf 500 Mio. Euro geschätzt. Auch der Bereich Öffentliche Finanzierungen - vor allem die alte P.S.K. - könnte gesondert abgegeben werden, etwa an die Kommunalkredit. Damit bliebe von der BAWAG die reine Bank übrig, mit 1.500 Bankstellen (inklusive Postämter) und einem kleinen Netz in Osteuropa. (APA)

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