Die Erde bebt, der Hurrikan kommt

15. Juni 2006, 22:12
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Die Hurrikan-Saison hat begonnen: Kuba spürte es mit sintflutartien Regenfällen, Florida bangt - In Neuseeland zogen Winterstürme durch, in Japan bebte die Erde

Havanna/Wellington/Tokio - "Alberto" macht den Anfang: In der Karibik hat die Hurrikansaison mit einem tropischen Sturm, dem dieser Name gegeben wurde, begonnen. Vorerst bekam Kuba den starken Regen ab, 25.000 Menschen verließen tief gelegene Inelgebiete. "Alberto"nimmt den Modellrechnungen nach Kurs auf Floirda.

In der vergangenen Saison hatte es 28 Tropenstürme gegeben, 15 von ihnen wurden Hurrikane. Damit waren im Jahr 2005 im Atlantik mehr Hurrikane gezählt worden als je zuvor. Die Hurrikan-Saison dauert alljährlich von Anfang Juni bis etwa Ende November, bis das Meer abkühlt.

Winterstürme in Neuseeland

Neuseeland wurde am Montag von schweren Winterstürme heimgesucht. Es fielen bis zu 15 Zentimetetr Schnee. In Auckland auf der Nordinsel waren wegen des Bruchs einer Leitung die Hälfte der Haushalte und viele Geschäfte ohne Strom. Und es fielen rund 300 Ampelanlagen aus, ein Verkehrschaos war die Folge. In der Hauptstadt Wellington deckten Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometern Dächer ab. Züge konnten nicht mehr fahren, auch Krankenhäuser waren ohne Strom.

Merapi beruhigt sich

Die verhältnismäßig gute Nachricht: Die Aktivität des seit Wochen brodelnden indonesischen Vulkans Merapi hat deutlich abgenommen. Der knapp 3000 Meter hohe Berg spuckte zuletzt nur noch Gaswolken aus. Am Freitag war ein Teil des Lavadoms in Innern des Vulkans in sich zusammengefallen, was den Druck und damit auch die Gefahr eines größeren Ausbruchs verringerte.

Der Merapi rumort schon seit rund zwei Monaten. Nach dem schweren Erdbeben am 27. Mai, das sich nur rund 50 Kilometer entfernt ereignete, hatte sich die Aktivität des Vulkans erhöht. Fachleute schließen einen Zusammenhang mit dem Beben nicht aus, bei dem 5800 Menschen ums Leben gekommen waren.

Beben vor Sumatra

Ein neues Beben wurde am Montag vor der indonesischen Insel Sumatra registriert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 5,9 lag 530 Kilometer südwestlich der Stadt Bandar Lampung. Berichte über Verletzte, Schäden oder einen Tsunami lagen nicht vor.

Noch stärkere Erdstöße wurden in Japan registriert. Bei einem Beben der Stärke 6,2 sind am frühen Montag im Westen des Landes mindestens sieben Menschen leicht verletzt worden.

Zu den Verletzten gehört laut Medienberichten eine 82 Jahre alte Frau, die sich in der Provinz Hiroschima ein Bein brach, als ihr Hund sie vor Schreck umriss. Eines der Instrumente in einem Atomkraftwerk der Provinz Ehime arbeitete - möglicherweise infolge des Bebens - nicht normal. Der Betrieb des AKW wurde jedoch nicht unterbrochen. (red, DER STANDARD-Printausgabe, 13.06.2006)

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    Erst ist's immer noch ein Spaß: Buben auf Kuba machen das Beste aus den Ausläufern des ersten Hurrikans -sie vergnügen sich in Matsch und Schlamm.

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