Fehlende Sendelizenz könnte Telekom-Bundesliga-Pläne gefährden

20. Juni 2006, 10:12
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"Wir gehen davon aus, dass wir als Telekom keine Rundfunklizenz benötigen, weil die redaktionelle Verantwortung bei Premiere liegt."

Die Deutsche Telekom könnte wegen einer fehlenden Sendelizenz Probleme mit ihrem geplanten Fußball-Bundesliga-Angebot über das Internet bekommen.

Dem ersten Augenschein nach werde die Telekom damit zum Fernseh-Anbieter und brauche daher eine Sendelizenz, sagte ein Sprecher der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) am Montag. Die Behörde ist für die Vergabe von Lizenzen für Radio und Fernsehen (Rundfunk) für Unternehmen des Bundeslandes zuständig. Experten zufolge könnte es für die Telekom aber schwierig werden, eine solche Lizenz zu erhalten, weil der frühere Monopolist noch zu 37 Prozent in staatlicher Hand ist. Die Telekom selbst steht allerdings auf dem Standpunkt keine Lizenz zu benötigen, da der Partner Premiere für die Programminhalte verantwortlich ist.

Noch hat die Medienanstalt nach eigenen Angaben von dem Bonner Konzern keine Informationen erhalten, wie das Programm genau aussehen solle. "Wir müssten das dann prüfen", ergänzte der Sprecher. Die LfM habe die Telekom mehrmals darauf hingewiesen, dass rechtzeitig vor Beginn der Bundesliga im August informiert werden wolle. Bislang habe es aber weder Gespräche gegeben, noch habe die Telekom einen Antrag auf Sendelizenz gestellt.

Ein Telekom-Sprecher kündigte an, dass der Konzern nun nach Klärung der Rechte an der Fußball-Bundesliga mit den Landesmedienanstalten über die Details der Konzepte reden wolle. Er bekräftigte, dass die Telekom nicht zum Programmveranstalter werde: "Wir gehen davon aus, dass wir als Telekom keine Rundfunklizenz benötigen, weil die redaktionelle Verantwortung bei Premiere liegt."

Der Münchener Bezahlfernsehsender Premiere produziert die Bundesliga für die Telekom und darf im Gegenzug seinen Kunden das Angebot über das Breitbandnetz des Bonner Konzerns anbieten. Der Bonner Konzern hat sich die Internet-Rechte an der Bundesliga für die nächsten drei Spielzeiten gesichert. Für ihren Verzicht auf eine weitere Übertragung im neuen Internet-Fernsehstandard IPTV auch über Kabel und Satellit, erhielt die Telekom unter anderem eine Option auf das Liga-Sponsoring ab der Saison 2007/2008. Leidtragender dieser Vereinbarung ist Premiere, der sich Hoffnungen auf eine erweiterte Kooperation mit der Telekom gemacht hatte. (Reuters)

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