Deutsche Telekom erzielt im Streit um polnische PTC Sieg vor Gericht

20. Juni 2006, 10:12
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Schiedsgericht bestätigt Übernahme weiterer 48 Prozent an PTC durch Telekom als rechtens - Vivendi will Schiedsspruch nicht akzeptieren

Die Deutsche Telekom hat im Bieterkampf um den polnischen Mobilfunkanbieter PTC vor Gericht einen Erfolg errungen. Ein Schiedsgericht entschied, dass die Telekom eine Kaufoption auf den 48-prozentigen Aktienanteil ausüben darf, der im Besitz des polnischen Versorgers Elektrim ist, wie Elektrim am Montag mitteilte. Die Telekom hält bereits 49 Prozent an PTC und hatte die Option nach einem für sie günstigen Urteil eines Wiener Schiedsgerichts bereits ausgeübt. "Dies zeigt, dass die Option gültig war und wir rechtmäßig gehandelt haben", sagte ein Telekom-Sprecher. Zum Preis wollte er sich nicht äußern.

Elektrim hofft, für seinen Anteil mehr als 350 Mio. Euro von der Telekom zu bekommen. "Der Buchwert von 350 Millionen Euro ist das Minimum. Wir hoffen auf mehr", sagte Elektrim-Chef Piotr Nurowski in einer Telefonkonferenz. "Der Marktwert des Anteils liegt zwischen 2,4 Mrd. und 2,6 Mrd. Euro", fügte er hinzu.

Die Telekom, die bisher 49 Prozent an PTC hält, streitet seit Jahren mit dem französischen Mischkonzern Vivendi über die Übernahme der PTC-Anteile, die Elektrim hält. Die Franzosen stehen auf dem Standpunkt, dass die PTC-Anteile nicht Elektrim zuzuordnen sind, sondern dem Gemeinschaftsunternehmen Elektrim Telekomunikacja (ET), an dem Vivendi 51 Prozent und Elektrim 49 Prozent halten. Nach dem Urteil eines Wiener Schiedsgerichts ist ET nicht Eigentümer der PTC-Anteile, auf die die Deutsche Telekom die Kaufoption ausgeübt hat, sondern Elektrim. Vivendi erkennt das Schiedsgerichtsurteil aber nicht an.(APA/Reuters)

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