Die neuen Reisepässe sind erhältlich

27. Juni 2006, 17:31
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Großer Andrang am ersten Tag - Alte Pässe bleiben gültig - In vielen Staaten darf man auch mit abgelaufenem Dokument einreisen

Seit Freitag kann man den neuen, biometrischen Reisepass beantragen. Die alten Pässe bleiben gültig bis zu ihrem Ablaufen, man muss also nicht "umsteigen". Und nach wie vor gibt es eine Reihe von Staaten, in die man selbst mit einem abgelaufenen Dokument einreisen kann. Einen gültigen Reisepass benötige man für Tschechien, die Slowakei und die USA, informierte der ARBÖ.

In folgenden Ländern kann man laut ARBÖ sowohl mit einem gültigen Personalausweis, als auch mit einem bis zu fünf Jahren abgelaufenem Reisepass einreisen: Deutschland, Belgien, Niederlande, Schweden, Finnland, Polen, Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Schweiz, Portugal, Zypern, Malta, Liechtenstein und Irland.

Regeln für USA-Reisende

USA-Reisende, die eine Fotovignette im Pass haben, müssen bedenken, dass diese mit 25. Oktober dieses Jahres ihre Gültigkeit verliert, warnte der ARBÖ. Inhaber von Reisepässen, die nach dem 26. Oktober 2006 ausgestellt werden, brauchen in die USA zusätzlich ein gültiges Visum.

Zuständig für die Ausstellung ist die jeweilige Bezirksbehörde - die Bezirkshauptmannschaft oder in den großen Städten der Magistrat. Der neue Pass wird innerhalb von fünf Tagen per Post nach Hause zugestellt.

Notpässe für Eilige

Für besonders dringende Fälle werden weiterhin zeitlich befristete Notpässe (z.B. für die Dauer einer Reise) direkt bei der Passbehörde ausgestellt, berichtete der ÖAMTC. Außerdem kann ein Expresspass, der wie der neue Sicherheitspass zehn Jahre gültig ist, für Erwachsene beantragt werden (100 Euro).

Der neue Pass muss wegen des integrierten Chips "richtig behandelt" werden. Starkes Biegen oder Falten sollte man vermeiden, von einer Aufbewahrung in der Hosentasche wird abgeraten. Extreme Temperaturen und Druck tun dem Dokument nicht gut. Röntgengeräte, Flughafengepäckskontrollen oder Magnete sollen keine Probleme darstellen. Sollte der Chip bei einer Grenzkontrolle nicht auslesbar sein, ist er laut internationalen Vereinbarungen dennoch gültig.

Großer Andrang bei den Behörden

In Tirol ist der Andrang auf den neuen Reisepass nach Angaben der Behörden "sehr groß". Bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land rechnete man trotz Fenstertag und Badewetters mit doppelt so vielen Passanträgen wie an normalen Werktagen. Auch beim Passamt der Stadt Innsbruck hatte sich am Freitagvormittag eine lange Warteschlange gebildet. "Es ist deutlich mehr los, als an anderen Tagen", hieß es.

Auch viele Oberösterreicher haben sich trotz hoher Temperaturen angestellt, um zum erstmöglichen Termin den neuen Pass zu bekommen. In Wels standen "etwa doppelt so viele Antragsteller wie normal" seit 7.00 Uhr Schlange. Auch in Steyr herrschte reger Betrieb vor und hinter den Schaltern, der Magistrat berichtete, dass "deutlich mehr Leute als üblich" einen Pass wollten. Weniger stark war der Ansturm in der Landeshauptstadt, man sei aber gerüstet, hieß es beim Magistrat Linz.

Warteschlange in Graz

Einen "schön großen Andrang" verzeichneten die zuständigen Behörden in der Steiermark. Im "Servicecenter" für Reisepässe der Stadt Graz registrierte man gegen 11.30 Uhr rund 50 Interessierte in der Warteschlange, geschätzte 150 bis 200 Anträge wurden gestellt. "Wird sich heute aber sicher noch steigern", so die Auskunft. Der erste Antragswillige fand sich hier bereits um 5.30 Uhr ein - das Center öffnet allerdings erst zwei Stunden später.

Ebenfalls "viel was los" war in der Bezirkshauptmannschaft (BH) Graz-Umgebung. Hier traf man vor allem auf Menschen, die für den Urlaub im Juli dringend einen Reisepass benötigen. In der BH Leoben hatte man nach dem zehnten Antrag mit einem Programmabsturz zu kämpfen. "Es stehen aber noch etliche Leute vor der Tür", so einer der Mitarbeiter. 20 Anträge würden in Leoben durchschnittlich pro Tag gestellt, am Freitag rechnete man aber damit, "sicher drüber" zu kommen. Nicht viel Zeit für eine Auskunft konnten die Mitarbeiter der BH Liezen aufbringen: "Es sind so viele Leute da", so die Info. Auch hier war das PC-System überlastet.

Salzburg: Wartende bis in den Hof

Am Passamt der Stadt Salzburg im Schloss Mirabell herrschte am Freitagvormittag ein Andrang wie noch nie. "Die Leute stehen bis in den Hof hinunter", schilderte der Leiter des Passamtes, Franz Schefbaumer. Alle sechs Schalter waren geöffnet, bis 11.15 Uhr stellten die acht Mitarbeiter 150 neue Reisepässe aus. "Das ist das Dreifache eines normalen Amtstages. Bei uns geht es zu wie im Tauerntunnel zur Sommerreisezeit."

Wer jetzt noch komme, habe kaum eine Chance, bis zur Schließung der Schalter um 13.00 Uhr dranzukommen - außer in dringenden Fällen, so Schefbaumer. "Der Gang platzt aus allen Nähten, da stehen derzeit 50 Leute, viele Kinder sind darunter." Die Antragsteller hätten auf diesen Tag regelrecht gewartet. "Viele haben sich an diesem Fenstertag freigenommen und nützen die Zeit, um sich noch vor Sommerbeginn einen neuen Pass ausstellen zu lassen. Wir werden noch lange nacharbeiten müssen." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der neue Reisepass wartet mit unter UV-Licht sichtbaren bundesland-spezifischen Motiven auf.

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