Porträt: Gert-René Polli

22. Juni 2006, 16:54
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Aus dem Stillen an die Öffentlichkeit

Wien - Als Innenminister Ernst Strasser im Juni 2002 Gert-René Polli zum Chef der Staatspolizei bestellte, sorgte das im Ressort für erhebliche Aufregung. Polli kam nämlich nicht aus dem Haus, sondern aus dem Verteidigungsministerium. Und zwar aus dem Heeresnachrichtemat (HNaA), wo er für die Auslandsaufklärung zuständig war. Dass ein gelernter Geheimdienstler aus dem Verteidigungsressort eine Schlüsselposition im Innenministerium besetzte, passte vielen "Stapozisten"gar nicht. Zwischen HNaA und Stapo gab es ständig Konkurrenz.

Die Staatspolizei heißt mittlerweile Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, und Polli ist mit dem Aufbau von sicherheitspolitischen Analyseabteilungen pragmatisch an sein Amt herangegangen. Ruhig war es um ihn geworden, wie es sich für einen "Geheimdienstler"gehört, bis der grüne Peter Pilz den 46-jährigen Kärntner in der Öffentlichkeit unsauberer Beziehungen mit dem Iran beschuldigte.

Polli ist Doktor der Politikwissenschaften, vor seiner Bestellung ins Innenministerium hat er sich in Kalifornien an der Naval Postgraduate School der Steuerung von Informationen im Sicherheitsbereich gewidmet. Außer, dass er gerne zum Heurigen geht, ist über Polli nicht viel bekannt. Er meidet die Öffentlichkeit. (völ/DER STANDARD, Printausgabe, 13.6.2006)

  • Gert-René Polli
    foto: bmi

    Gert-René Polli

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