Ska und Punk mit Sängerknaben-Wurzeln

28. Juli 2006, 16:33
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Die Vote.It Gewinner sind stolz, Blas- und Volksmusikelemente in ihren wilden Gute-Laune-Sound zu integrieren

Die Musiker von PBH Club gewannen den "Vote.IT"-Bandwettbewerb – und sind stolz, auch Blas- und Volksmusikelemente in ihren wilden Gute-Laune-Sound integrieren zu können.

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Pfingstmontag, 16 Uhr, Café Blaustern in Wien. Das Café ist voll, doch die Band (man probt ums Eck und kennt die Gegend) hat reserviert. Wir setzten uns hin und warten: Wie sieht jemand aus, den man nur aus dem Web und von der PC-Soundkarte kennt?

Nett. Und – für den Sound – fast zu höflich: 16.05 Uhr, ein junger dunkelhaariger Mann stellt sich vor ("Hallo, ich bin Poto von PBH Club") und entschuldigt sich für die "Verspätung": "Die anderen kommen gleich." Und die sind – zehn Minuten später – dann auch weder zickig noch ruppig: Bereitwillig holen sie ein paar Instrumente aus ihrem Tourbus (immerhin: dieses Klischee stimmt) und lassen sich geduldig vom Fotografen unter den alten Stadtbahnbögen des Wiener Gürtels in und um eine Baustelle "arrangieren".

Als Newcomer-Siegerband, erzählen sie, dominiere halt zuerst einmal die Freude über die Coolness: "Klar sind wir sehr froh – das ist eine tolle Chance." Berühmt wollen sie schließlich werden – und "endlich den Durchbruch schaffen, das steht an erster Stelle". Schließlich gibt es PBH Club bereits seit 2000 – aber in ihrer jetzigen Zusammenstellung spielt die Ska-Punk- Combo erst seit 2005.

Drittes Album

Seit der Bandgründung sind aber immerhin schon zwei Alben erschienen. Das dritte er 3. Spalte scheint im Herbst bei Remedy Records. Leben können PBH Club also noch nicht von ihrer Musik – man lebt, meint der 25-jährige Schlagzeuger Poto, einstweilen eben statt von, für die Musik: "Klar wäre der Durchbruch ein Wunschtraum: Wenn es passiert, passiert es – aber wenn nicht, haben wir alle auch etwas Gescheites gelernt." Und zwar das "Handwerk": Eine musikalische Grundausbildung ist bei jedem Bandmitglied vorhanden – Poto kennt sogar die großen Bühnen auf der ganzen Welt: Er war als Kind bei den Wiener Sängerknaben.

Aber jeder der sechs bringt seine "Wurzeln" in den Sound ein – von der Klassik bis zur Volksmusik. Das einende Element ist dabei eben die Leidenschaft für undogmatische, wilde Musik – und das Ergebnis dieser deftigen Mischung ist ein Amalgam aus Ska, Punk und Rock mit Einflüssen von Reggae und Pop. Wobei es – bei Ska-Bands nicht unüblich – die Bläser (Posaune und Trompete) sind, die das markanteste Charakteristikum der Band ausmachen – abgesehen von dem Spaß, den die Band von der Bühne aus auf das Publikum übertragen will. Und wenn davon – durch einen kleinen Bandwettbewerb auf derStandard.at – jetzt wieder ein paar Leute mehr wissen, sei das erstens erfreulich. Und zweitens ein weiterer kleiner Schritt auf dem langen Weg zum großen Durchbruch. (DER STANDARD Printausgabe, 13. Juni 2006)

Von Barbara Blauensteiner und Marie-Luise Pflug

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PBH Club

  • Artikelbild
    foto: c. fischer
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