Generationswechsel unter Mars-Robotern: "Bridget" folgt auf "Beagle 2"

20. Juni 2006, 15:31
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Prototyp des neuen Modells vorgestellt - ab 2011 soll "Bridget" da erfolgreich sein, wo ihr Vorgänger versagte

London - Britische Wissenschaftler haben am Montag den Prototypen des Nachfolgers von Mars-Roboter "Beagle 2" vorgestellt. Nach dem spektakulären Fehlschlag für die europäische Raumfahrtagentur ESA Ende 2003 soll "Bridget" ab 2011 auf dem Mars nach Spuren von Leben suchen.

Nächster Schritt der Evolution

Die Technologie des Roboters baue auf der von "Beagle 2" auf, sagte Mike Healy vom europäischen Raumfahrtunternehmen EADS Astrium. "Bridget" sei aber "wesentlich weiter entwickelt". Das drei mal 1,8 Meter große und 150 Kilogramm schwere Landegerät soll etwa 150 Millionen Euro kosten.

Es ist schneller als sein Vorgänger auf dem Roten Planeten und könnte mehr Zeit mit dem Aufnehmen von Proben verbringen. "Bridget" kann bis zu zwei Meter unter die Oberfläche des Mars bohren.

Testlauf auf Vulkan

Auf Grund verbesserter Sensoren soll eine Pleite wie mit "Beagle 2" vermieden werden, als die Weltraumforscher den genauen Standort der Landung nicht bestimmen konnten. Getestet wurde der Prototyp bereits auf dem Vulkan Teide auf der Kanareninsel Teneriffa. Der Berg hat Ähnlichkeiten mit der Oberfläche des Mars.

"Beagle 2", das Landegerät der ESA-Mission "Mars Express", hatte nach seiner mutmaßlichen Landung auf dem Roten Planeten am ersten Weihnachtstag 2003 kein Lebenszeichen von sich gegeben; mehrere Versuche zur Kontaktaufnahme waren gescheitert. Trotz des Scheiterns von "Beagle 2" gilt die erste europäische Mars-Mission als Erfolg: Die Muttersonde "Mars Express" entdeckte von ihrer Umlaufbahn aus gefrorenes Wasser am Südpol des Roten Planeten. Wasser ist Voraussetzung für Leben. "Mars Express" funkte zudem sensationell scharfe Mars-Fotos zur Erde. (APA)

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