Verbund sieht in Italien lukratives Betätigungsfeld

11. Juli 2006, 16:08
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Investitionen bei Stromkonzern Energia sollen verstärkt werden

Mailand - Seit 2004 hat der Verbund seinen Anteil bei Italiens fünftgrößter Strom- und Gasgesellschaft Energia auf 38 Prozent aufgestockt. Jetzt will das österreichische Unternehmen sein Engagement am lukrativen italienischen Energiemarkt möglicherweise noch verstärken.

"Italien ist das wichtigste Projekt des Verbundkonzerns im Ausland", bestätigte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl Heinz Gruber auf einer Veranstaltung des Verbands der Auslandsösterreicher in Mailand.

Im vergangenen Jahr hat Energia den Umsatz um 30 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro erhöht. Der konsolidierte Nettogewinn machte 2,9 Mio. Euro aus. Der österreichische Stromriese hat allein 142 Mio. Euro in ein neues Energia- Kraftwerk in Termoli investiert, das mit einer Kapazität von 780 Megawatt noch heuer in Betrieb genommen werden soll. Des Weiteren plant der Verbund gemeinsam mit Energia ein Gaswerk bei Bari, Windkraftwerke mit einer Kapazität von 450 Megawatt (MW), Fotovoltaik-Anlagen (15 MW) und Kleinwasserkraftwerke (10 MW) zu errichten. Vorgesehen ist, dass Energia ihre Produktion bis Ende 2009 auf 22 Milliarden Kilowattstunden ausbauen wird. Dies entspricht etwa drei Viertel der heutigen Verbund- Eigenproduktion in Österreich. Der Energia-Umsatz soll dann 2,9 Mrd., der Nettogewinn 240 Mio. Euro aus^machen.

Italien importiert derzeit bis zu 80 Prozent seines Energieverbrauchs. Im vergangenen Jahr belastete der Energieimport mit rund zehn Mrd. Euro die Handelsbilanz. Der italienische Energiemarkt ist für ausländische Lieferanten angesichts von Strompreisen für Industrieunternehmen bis zu 30 Prozent über dem EU-‑ Niveau äußerst lukrativ. Die Margen liegen ebenfalls deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Anti-Trust-Normen

Um die Liberalisierung am Gasmarkt zu beschleunigen, hat sich die Regierung vorbehalten, nicht nur die Anti- Trust-Normen zu stärken, sondern auch die bereits vorgesehene Trennung zwischen Produktion und Vertrieb zu beschleunigen.

Laut Energiekonzern Eni wird die prekäre Versorgungslage am italienischen Gasmarkt bis 2012 anhalten. Die Regierung beabsichtigt, durch Standortbegünstigungen und Steuererleichterungen die Herstellung von Flüssiggasanlagen zu fördern. (Thesy Kness-Bastaroli, Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.6.2006)

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