Künstler-Sozialversicherung: Infotag der IG Bildende Kunst am Mittwoch

14. Juni 2006, 18:29
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IG: Bestehende Regelung "haarsträubend" - "Wichtigste Forderung ist sofortiger Stopp aller Rückzahlungsforderungen"

Wien - Auf die laufende Kontroverse um die untere Einkommensgrenze bei der Künstler-Sozialversicherung reagiert die IG Bildende Kunst übermorgen, Mittwoch ab 17 Uhr mit einem Infotag im project space der Kunsthalle Wien am Karlsplatz. Dazu gibt es Vorträge zu den Themen Steuer, Urheberrechte und Verträge sowie Interessensvertretung. Experten nehmen dabei zu den oft komplizierten Regelungen Stellung. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Veranstaltungsreihe angewandte@project space der Universität für angewandte Kunst in Wien veranstaltet und findet bei freiem Eintritt statt.

Künstler, die Zuschüsse zum Pensionsversicherungsbeitrag aus den Künstlersozialversicherungsfonds erhalten, aber das vorgeschriebene Mindesteinkommen nicht erreicht hatten, hatten in den vergangenen Monaten Aufforderungen zur Rückzahlung der Zuschüsse erhalten. Die Zuschüsse sollten die Kosten für die Pflichtversicherung, in die selbstständige Künstler seit 2001 miteinbezogen werden, abfedern. Die betroffenen Künstler forderten die Abschaffung dieser unteren Einkommensgrenze.

"Wichtigste Forderung ist sofortiger Stopp aller Rückzahlungsforderungen"

"Wichtigste Forderung ist der sofortige Stopp aller Rückzahlungsforderungen", so Daniela Koweindl von der IG Bildende Kunst gegenüber der APA. Das vorgeschriebene Mindesteinkommen hält sie für eine "haarsträubende Regelung". Koweindl eröffnet den Infotag mit ihrem Vortrag über das gewerblichen Sozialversicherungsgesetz und geht der Frage nach, wer sich zur Versicherung melden muss, wie viel das kostet und wer ein Recht auf Zuschüsse hat. "Zentral ist, nicht nur Informationen zum beruflichen Alltag von KünstlerInnen zu vermitteln, sondern auch Schieflagen und künstlerfeindliche Regelungen aufzuzeigen", so Koweindl.

Zusätzlich zum Infotag reagiert die IG Bildende Kunst auch mit anderen Aktivitäten auf die aktuelle Diskussion. "Ein von den Interessenvertretungen ausgearbeiteter Forderungskatalog mit Sofortmaßnahmen liegt seit langem vor und ist auch Kunststaatssekretär Morak längst bekannt", so Koweindl. Morak erkenne nicht das Desaster und feiere stattdessen die Sozialversicherungsfonds für Künstler weiterhin als Erfolg. Im März hat der Kunstrat Österreich die Unterschriftenaktion "Schluss mit Rückzahlungsforderungen" initiiert. Auf der Homepage haben schon über 1000 österreichische Kunst- und Kulturschaffenden den Aufruf unterschrieben, unter ihnen Valie Export, Michael Glawogger und Elfriede Jelinek. (APA)

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