Französischer Wein unter Wasser

20. Oktober 2006, 11:15
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Bordeaux wurde ein Jahr lang in durchlässigen Kisten im Ärmelkanal Ebbe und Flut ausgesetzt. Unterschied zum Wein an Land: "Jünger und doch komplexer"

Saint-Malo - Wie wirkt es sich auf einen Bordeaux-Wein aus, wenn er ein Jahr lang in 15 Metern Tiefe im Ärmelkanal einer starken Tide ausgesetzt wird? Dieser außergewöhnlichen Frage ist ein eigens dafür gegründeter Verband im bretonischen Saint-Malo nachgegangen. Die Antwort gab Präsident Yannick Heude, nachdem Önologen600 Flaschen des roten Haut-Medoc vom Chateau Maucamp 2001 wieder an Land gebracht hatten: "Wir haben probiert, der Unterschied zum Wein an Land ist eindeutig, dieser hier ist jünger und doch komplexer."

Der gute Rote wurde in Holzkisten verpackt, die Meeresgetier, Algen und die Wasserströmung durchließen. "Uns ging es vor allem darum, dass sich die Tide an den Flaschen "reiben" konnte", erklärte Heude, der auch Präsident der bretonischen Kellermeister ist. Die 600 Flaschen werden jetzt zum Stückpreis von 20 Euro (statt 11,50 Euro) verkauft, ein Zehntel versteigert die Seenotrettungsgesellschaft. In der Bucht mit einer für europäische Verhältnisse sehr starken Tide lagern bereits die nächsten 600 Flaschen. Sie kommen von der Loire. (APA/dpa)

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