"FAZ": Menahem Begin soll 1952 Attentat auf Adenauer organisiert haben

20. Juni 2006, 15:37
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Bei der Explosion einer Paketbombe in München kam ein Polizist ums Leben

Frankfurt am Main - Der frühere israelische Nationalaktivist und spätere Ministerpräsident des Landes, Menahem Begin, soll laut einem Zeitungsbericht 1952 Drahtzieher eines Attentats auf den ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer gewesen sein. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) im Voraus unter Berufung auf Recherchen des Journalisten und Autors Henning Sietz.

Bisher war lediglich bekannt, dass die geplanten Anschläge mit Hilfe einer Paket- und mehrerer Briefbomben von jüdischen Extremisten initiiert waren. Eine neue Quelle, die Sietz aufgedeckt habe, belege jedoch, dass Begin selbst als ehemaliger Kommandant der jüdischen Terrororganisation "Etzel" und Führer der "Cheruth"-Partei Auftraggeber, Organisator und Geldbeschaffer für den Mordanschlag auf Adenauer gewesen sei, schreibt das Blatt.

Polizist getötet

Das an den damaligen Kanzler adressierte Paket war am 27. März 1952 im Münchner Polizeipräsidium explodiert, als ein Beamter es ausgepackt und einen darin befindlichen Lexikon-Band geöffnet hatte. Die Detonation des darin enthaltenen Sprengstoff tötete den Mann und verletzte weitere Polizisten und Anwesende zum Teil schwer. Details des Anschlages und sein eigentliches Ziel waren von den Behörden damals geheim gehalten worden.

Ziel des Attentats war nach Ansicht von Historikern, die Wiedergutmachungsverhandlungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland zu torpedieren. Menahem Begin war 1978 zusammen mit dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, weil beide den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag zu Wege gebracht hatten. (APA/AP)

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    Menahem Begin (Archivbild aus dem Jahr 1967)

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