Regierung erwägt Gespräche mit Rebellen-Gruppen

14. Juni 2006, 15:07
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Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte dies bisher ausgeschlossen

Bagdad - Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki erwägt Regierungskreisen zufolge Gespräche mit Rebellen-Gruppen zur Beendigung des Aufstands im Land. Vertreter bestimmter Widerstandsorganisationen könnten zur nächsten Versöhnungskonferenz am 22. Juli eingeladen werden, sagte ein Mitarbeiter des Büros des Regierungschefs am Montag in Bagdad. Zuvor werde die Regierung aber noch darüber beraten, welche Gruppen für ein solches Entgegenkommen in Frage kämen.

Maliki hatte bisher Gespräche mit Anhängern des gestürzten Machthabers Saddam Hussein und radikalen sunnitischen Gruppen ausgeschlossen, die gegen die Regierung kämpfen. Andere Spitzenpolitiker signalisierten allerdings eine Bereitschaft zum Dialog mit moderaten Organisationen.

Maliki steht unter Druck, den Aufstand im Land einzudämmen. Nach der Tötung des irakischen Al-Kaida-Führers Abu Mussab al-Zarqawi sehen zudem die USA die Chance, dass die Regierung ihre Autorität durchsetzt und den Widerstand gegen die politische Neuordnung des Landes bricht. Der Aufstand wird mehrheitlich von der Minderheit der Sunniten getragen, die inzwischen aber auch in der Konzentrationsregierung vertreten sind.

Ein sunnitischer Spitzenpolitiker sagte, die Regierung müsse mit allen sunnitischen Gruppen reden, wenn sie es mit ihrem Aufruf zur Versöhnung erst meine. Es sei ein Fehler, die Anhänger Husseins aus der inzwischen verbotenen Baath-Partei zu ignorieren, sagte Abdul Hadi al-Subeidi. Experten zufolge könnte gerade ein Dialog mit den ehemaligen Baathisten die radikal-moslemische Al-Kaida im Land isolieren. (APA/Reuters)

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