Alonso auf Schumachers Spuren

24. Juni 2006, 15:14
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Weltmeister drauf und dran, Rekorde des deutschen Serienweltmeisters zu knacken - Teamchef-Kritik an Klien

Silverstone/England - Fernando Alonso wandelt auf den Spuren von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher und hat den Vorteil der Jugend auf seiner Seite. Jüngster Champion ist er schon, jüngster Doppelweltmeister dank seines 23-Punkte-Vorsprungs vermutlich bald. Dazu schickt sich der 24-Jährige auch noch an, einen weiteren Schumacher-Rekord zu knacken. Nach seinem Hattrick mit den Siegen in Montmelo/Barcelona, Monaco und nun am Sonntag in Silverstone hat der Renault-Pilot bereits 14 Rennen in Folge den Sprung aufs Podest geschafft. "Schumis" Rekord liegt bei 19 Stockerlplätzen en suite.

Zweite Plätze würden genügen

Vor zwei Jahren gelangen dem Deutschen in seiner überragenden Saison 13 Erfolge. Sein Rivale hat in diesem Jahr bereits fünf Siege in acht Rennen geschafft. "Ob der Rekord so wichtig ist, weiß ich nicht. Mir ist wichtiger, am Ende der Saison wieder vorne zu liegen", betonte Alonso, dem in den zehn ausstehenden Saisonläufer aber auch nur zweite Plätze genügen, um wieder Champion zu werden.

Offiziell ist das Titelrennen natürlich noch nicht entschieden. "Aber in Wahrheit gibt es kaum jemanden, der Alonso noch überholen kann. Alonso könnte die Formel 1 genauso dominieren wie Michael Schumacher 2004", schrieb die "Daily Mail" am Tag nach dem Grand Prix von Großbritannien. Alonso siegte vor Schumacher und "The Times" sieht den Renault-Piloten bereits als "Spielverderber" für eine spannende Formel-1-Saison.

"Urlaub mit Lachanfällen"

Dem erneut geschlagenen Michael Schumacher stand dagegen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der 37-jährige Deutsche verabschiedete sich unmittelbar nach seiner bitteren Silverstone-Niederlage in die Ferien und will nach den Enttäuschungen der jüngsten Wochen im fernen Nordamerika neue Kraft tanken. "Das ist Urlaub so wie wir ihn mögen - weit weg von allem Trubel, mit vielen Unternehmungen, in grandioser Natur, mit vielen Lachanfällen", meinte der siebenfache Champion.

Der dienstälteste Formel-1-Fahrer wird nach der Monaco-Affäre und dem herben Dämpfer im Titelkampf von seiner Ehefrau Corinna begleitet. Mit ihr wird er in den Tagen der Ruhe ganz sicher auch besprechen, ob er seine einmalige Karriere am Ende der Saison beenden oder fortsetzen soll. "Wenn überhaupt, dann wird ihn nur seine Frau beeinflussen können", vermutet sein Bruder Ralf Schumacher. Nach den neuerlichen Rückschlägen könnte der Ferrari-Star vor dem Formel-1-Halbzeitrennen am 25. Juni in Montreal ins Grübeln kommen.

Im Ferrari-Land macht sich jedenfalls schon Skepsis breit. "Alonso ist unschlagbar für diesen Ferrari", schrieb die "La Gazzetta dello Sport". Die italienische Sportzeitung stellte fest: "Alonso so wie der echte Schumi. Er hat im Renault triumphiert, wie Ferrari in seinen besten Zeiten zwischen 2002 und 2004. Das war ein unglaubliches Duell: Michael Schumacher gegen Michael Schumacher, der eine wütend im Ferrari, der andere Schumacher frisch, 13 Jahre jünger im Renault, der in Wirklichkeit Alonso heißt."

Red Bull Racing wäre dagegen schon froh, endlich mit den Mittelfeld-Teams mithalten zu können. Nach Platz drei in Monaco durch David Coulthard waren der Schotte als 12. und der Vorarlberger Christian Klien als 14. auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in England wieder ohne Chance auf Punkte. "Wir müssen einfach weiter hart arbeiten und schauen, was die Testfahrten in der kommenden Woche bringen", strapazierte Routinier Coulthard einmal mehr das Prinzip Hoffnung.

Kritik an Klien

Während die Leistung des Briten von Teamchef Christian Horner als "sehr konstant" beurteilte, kritisierte er Klien dafür, dass er es nicht geschafft hatte, Toro-Rosso-Pilot Tonio Liuzzi (13.) zu überholen. Er hätte nur im Mittelteil des Rennens um rund eine Sekunden schneller sein müssen, um Tonio hinter sich zu lassen. Das hat er aber leider nicht geschafft." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Michael Schumacher ließ seinen Frust raus und Fernando Alonso spüren.

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