Stiftungsrat: VP will von der "politischen Personaldebatte wegkommen"

14. Juni 2006, 09:42
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SPÖ auf der Suche nach dem "Grund für das Übel"

Die Sondersitzung des ORF-Stiftungsrats am Dienstag wirft ihre Schatten voraus. Die Sondersitzung wurde von Vertretern von BZÖ, SPÖ, Grünen und FPÖ initiiert. Auslöser: Die Debatte über politische Einflussnahme im ORF sowie die Wahrung des öffentlich-rechtlichen Auftrags des Senders.

"Weg von der Polemik"

Kurt Bergmann, Chef des ÖVP-"Freundeskreises" im obersten Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Senders, hofft auf eine "sachliche Diskussion". "Wir sollten weg von der Polemik kommen", so Bergmann.

Im ÖVP-"Freundeskreis" stehe man der kommenden Auseinandersetzung jedenfalls "interessiert gegenüber". Alles, was dem ORF weiter helfe, sei zu begrüßen, meinte Bergmann. Von der "vordergründigen politischen Personaldebatte" will er wegkommen, hin zu Themen der Unternehmensphilosophie, zum Programmschema und zu den internen ORF-Strukturen. "Personalentscheidungen sollten erst ganz am Ende stehen", so Bergmann. Es sei jedenfalls bedauerlich, wenn in der "Bawag-nervösen SPÖ der Grundbefehl ausgegeben wird, Lindner nicht zu wählen und Mück zu verhindern".

Resolution kolportiert

SPÖ-Stiftungsrat Karl Krammer rechnet mit einer "schweren Diskussion". "Ich schließe nicht aus, dass man sich auf Grund der Diskussion entscheidet, der Geschäftsführung etwas mitzugeben", meinte er zu möglichen Ergebnissen. Kolportiert wird in Stiftungsratskreisen eine Resolution, die auch Kritik an ORF-Chefin Monika Lindner sowie Fernsehchefredakteur Werner Mück enthalten könnte.

Krammer hofft, dass zentrale Kritikpunkte, die in der laufenden Debatte wiederkehren, vom Stiftungsrat herausgearbeitet werden und "man in der Diagnose erkennt, wo der Grund für das Übel liegt". Von vielen Seiten torpediert wird derzeit TV-Chefredakteur Mück. Ob er als Grund allen Übels ausgemacht werden soll? Krammer: "Ich bin dafür, sich von der persönlichen Diskussion hin zur systemischen zu lösen." Die Frage der Struktur in der TV-Information "wird zu diskutieren sein". (APA)

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