50.000 PatientInnen pro Jahr in Österreich

12. Juni 2006, 13:55
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Rauch-Kallat will "geschlechtergerechte Versorgung nach Bedürfnissen der Frauen gewährleisten"

Wien - Osteoporose zählt zu den kostenintensivsten chronischen Krankheiten. Europaweit werden die jährlichen Ausgaben für die Behandlung von osteoporotischen Knochenbrüchen auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt. Im Rahmen eines Gipfeltreffens der osteologischen Gesellschaften der EU wurden am vergangenen Wochenende Maßnahmen zur EU-weiten Prävention, Diagnose und Therapie ausgearbeitet.

Die Osteoporose ist eine Skelettkrankheit mit einer Verringerung der Knochenmasse. Gleichzeitig wird die Mikroarchitektur des Knochengewebes zerstört, wodurch es zu einer eingeschränkten Knochenfestigkeit und damit zu erhöhtem Frakturrisiko kommt. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann in Europa leidet darunter. Allein in Österreich sind 470.000 Frauen osteoporosegefährdet, laut Berechnungen müssen die heimischen Krankenhäuser pro Jahr mit etwa 50.000 Patienten rechnen.

Zu wenig Wissen

"Kaum eine Frau in Europa weiß über ihr persönliches Osteoporose-Risiko bescheid", sagte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) am Montag in Wien. "Darum muss es das Ziel eines modernen Gesundheitssystems sein, eine geschlechtergerechte Versorgung nach den Bedürfnissen der Frauen zu gewährleisten."

Knochenverlust während Meno-Pause

"Dass gerade der Knochen ein Organsystem ist, das bei der Frau eine völlig andere Prävention notwendig macht als beim Mann, wird derzeit in Österreich in einer Initiative des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger übersehen oder ignoriert", kritisierte der Gynäkologe Johannes Huber. Der größte Knochenverlust ereigne sich während der Menopause. In dieser Zeit sei es bisher für Frauen möglich gewesen, Knochendichte-Messungen vornehmen zu lassen. Huber: "Dies soll nun - wie bei Männern - erst ab dem 65. Lebensjahr möglich sein dürfen. Also 15 Jahre zu spät."

Osteoporose bleibt jedoch ein Problem im gesamten EU-Raum: Nachdem die Lebenserwartung der EuropäerInnen stetig zunimmt, wird auch die Zahl der Osteoporose-Erkrankten dramatisch ansteigen, warnen GesundheitsexpertInnen. Allein die jährlichen Hüftfrakturen könnten sich innerhalb der EU verdoppeln und in den kommenden 50 Jahren von 414.000 auf 972.000 Brüche ansteigen. Mittlerweile ist, so belegen Untersuchungen, das Risiko einer Hüftknochenfraktur für Frauen größer als jenes, an Brustkrebs zu erkranken. (APA)

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