Wirtschaftsbarometer steht auf Schönwetter

7. Juli 2006, 11:11
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Wirtschaft ist laut WK-Präsident Leitl optimistisch wie in den vergangenen vier Jahren nicht - heuer 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze

Wien - Das Wirtschaftsbarometer steht auf "Schönwetter" mit einigen "Restwolken", in der Wirtschaft herrsche ein Optimismus wie in den vergangenen vier Jahren nicht mehr. Dies betonte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, am Montag bei der Präsentation des Wirtschaftsbarometers Austria 2006 (WBA).

Das Vertrauen der Unternehmen und der Konsumenten in die heimische Wirtschaft sei sehr hoch, so Leitl. Der WBA Trend Indikator habe den höchsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2002 erreicht. Die gute Stimmung wirke sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus. So sei davon auszugehen, dass heuer 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, und die Zahl der unselbstständig Beschäftigten erstmals die Grenze von 3,3 Millionen überschreiten werde.

Restwolken bei Investitionen

"Restwolken" gebe es bei den Investitionen, so Leitl. Einer der Gründe dafür sei die Zinspolitik der EZB. Diese sei eine Gefahr für die Konjunktur in der EU und in Österreich. Es sei einseitig, nur auf die Inflation zu schauen. Er verstehe die "Hysterie, die die Leute in Frankfurt befällt", nicht.

Bremsend auf die Investitionen ausgewirkt habe sich auch die Abschaffung der Investitionsprämie vor zwei Jahren. Während die Investitionen 2003 noch um 6,19 Prozent zulegte, ging dieser Wert in den Folgejahren auf plus 0,6 bzw. 0,9 Prozent zurück. Als Alternative für die 800 Mio. Euro teure Investitionsprämie schlägt Leitl eine Investitionsbegünstigung bei Thermischer Sanierungen zum Beispiel bei Gebäuden vor, die pro Jahr rund 150. Mio. Euro kosten würden. Dies würde nicht nur die Wirtschaft beleben, sondern auch die Umwelt verbessern.

Sozialpartnerschaft funktioniert

Von der Lohnpolitik erwartet sich Leitl, dass die Kaufkraft gesichert bleibe. Die Sozialpartner haben erst kürzlich sehr vernünftige Lohnabschlüsse erzielt. Es zeige sich, dass die Sozialpartnerschaft nach wie vor funktioniere.

Genauer anschauen will sich Leitl die erst im Vorjahr verschärften Zumutbarkeitsbestimmungn für die Vermittlung von Arbeitsplätzen. Dabei sei die Frage zu stellen warum Deutsche bereit, sind in heimischen Tourismusbetrieben zu arbeiten und Österreicher dies zu den gleichen Bedingungen nicht wollen. Diese Frage müsse man analysieren und dann klären, ob die bestehenden Regeln ausreichen.

Wirtschaftsbarometer zwei Mal pro Jahr

Das Wirtschaftsbarometer wird zwei Mal pro Jahr erstellt. Dabei wurden 13.000 Unternehmen befragt, der Rücklauf betrug 13 Prozent.

Nach einer Verschnaufpause im Vorjahr dürfte die Wachstumsdynamik wieder zulegen. Die im WBA erfassten Einschätzungen der Unternehmen zeigen teilweise mehr Optimismus, als in den Wirtschaftsprognosen abzulesen sei. Die vorliegenden Ergebnisse seien eine Bestätigung jener, die für 2006 eine Beschleunigung der Wirtschaftsaktivitäten vorausgesagt hatten. (APA)

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    "Restwolken" gebe es bei den Investitionen, so WK-Präsident Leitl. Einer der Gründe dafür sei die Zinspolitik der EZB.

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