Neuerliche Auszeichnung für IFA-Forscher in Tulln

19. Juni 2006, 14:01
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Tulln - Die IFA-Forscher am Technopol Tulln dürfen sich über die dritte Auszeichnung in diesem Jahr freuen: Nach dem "Dr.Wolfgang Houska Preis" und dem "Agrana Forschungsförderungs-Preis" wurde nun für die Mycotoxinforschung der "Brigitte Gedek-Wissenschaftspreis" der deutschen Gesellschaft für Mykotoxinforschung, mit 10.000 Euro einer der höchst dotierten Preise in Deutschland, verliehen. Die Summe der Preisgelder für das 30-köpfige Forschungsteam beläuft sich damit laut Aussendung der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus heuer bereits auf 63.000 Euro.

Ausgezeichnet wurde Franz Berthiller vom Analytikzentrum des IFA-Tulln (Interuniversitäres Department für Agrarbiotechnologie Wiener Universität für Bodenkultur). Er befasste sich in seiner Doktorarbeit mit der Bestimmung von "maskierten" Formen von Schimmelpilzgiften - Mykotoxinen - in Pflanzen. Die dreijährige Arbeit wurde von Universitätsprofessor Rudolf Krska, Leiter des Analytikzentrums am IFA, betreut.

Hintergrund

Weltweit erstmals gelang es den IFA-Forschern nachzuweisen, dass Pflanzen die chemische Struktur von Schimmelpilzgiften verändern können, indem sie durch Anlagerung von einfachen Zuckermolekülen Mykotoxine vorläufig entgiften können. Diese so genannten "maskierten Mykotoxine" werden mit den üblichen Nachweismethoden nicht erfasst, können sich aber im Verdauungstrakt von Mensch und Tier wieder zu ihren ursprünglichen, giftigen Formen zurückwandeln. Die wissenschaftlichen Leistungen dieser Arbeiten finden sich auch in 18 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften wieder.

Das Technopol-Programm wurde 2004 vom Land Niederösterreich ins Leben gerufen und wird von ecoplus umgesetzt. In Summe sind am Standort Tulln, dem Zentrum für Agrar- und Umweltbiotechnologie, 220 Mitarbeiter tätig, davon 170 in der Forschung, in den beiden Forschungsinstituten, der 150 Studierende zählenden Fachhochschule und den sechs ansässigen High-Tech-Unternehmen tätig. (APA)

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