Bitte alles aussteigen!

14. Juni 2006, 13:59
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Von Ulan Bator geht unsere Reise mit dem Zug weiter entlang der Chinesischen Mauer bis nach Peking

Die Bahnfahrt von Ulan Bator nach Peking unterscheidet sich vor allem durch den Räder- bzw. Achsentausch an der Grenze zu China mittels Hochheben der Waggons sowie und vor allem durch das erstmalige Erblicken der Chinesischen Mauer von den vorhergehenden sechs Tagen im Zug. Während ersteres schnell an Reiz verliert und mit der Zeit sogar als nervig empfunden wird (insgesamt ca. acht Stunden Aufenthalt an der Grenze) schaut man der Mauer immer wieder gerne zu wie sie sich entlang der Strecke über die Hügel schlängelt um auch immer wieder dahinter zu verschwinden – glücklicherweise taucht sie auch immer wieder auf!

In Peking angekommen gibt es wieder einmal jede Menge Papiere auszufüllen, dazu noch eine Warnung vor den Straßenküchen wegen angeblich mangelnder Hygiene und ein paar Visitenkarten vom Hotel in chinesischen Schriftzeichen um etwaige Verständigungsproblem zu vermeiden falls wir uns verlaufen (wohl auch für die Taxifahrer – die müssen laut Gesetz bis zur Olympiade 2008 alle Englisch lernen, deshalb gibt es selbst im Fernsehen Englischstunden).

Die Stadt ist abwechslungsreich - westlich geprägte Einkaufszentren, etwas ruhigere Gegenden, viele Paläste samt Tempelanlagen und auch die Chinesische Mauer ist nur eine zweistündige Busfahrt entfernt. Wieder einmal gehen wir es touristisch an und besuchen die Verbotene Stadt, den Sommerpalast, die große Mauer und auch den Platz des himmlischen Friedens, über dem ein gewaltiges Mao-Bild (um etwaigen Fällen von Vandalismus begegnen zu können gibt’s angeblich Ersatzplakate) wacht – überhaupt kommt man sich auf diesem Platz recht klein und verloren vor – da steckt wohl Methode dahinter.

Uniformiertes Personal ist allgegenwärtig – ob im Dienst oder ebenfalls als Touristen unterwegs können wir nicht immer erkennen, eindeutig dienstlich ist jedoch der Auftrag der Damen und Herren an den Zebrastreifen. Je Übergang kümmern sich zwei „Aufpasser“ darum, dass die Fußgänger nicht von den abbiegenden Autos bedrängt werden – fast vergisst man selbst auf den Verkehr zu achten.

Preislich ist Peking ebenfalls interessant, nie zuvor war Taxi fahren so günstig und beim ersten Mal essen haben wir uns viel zu viel bestellt („… um den Preis kann das unmöglich genug für mich sein …“), auch der Bus zum Flughafen ist nicht teuer und so geht es schon wieder weiter – zum Terminal für Internationale Flüge und in weiterer Folge nach Tokyo. (David Bichler)

  • Die Chinesische Mauer
    foto: david bichler

    Die Chinesische Mauer

  • Der Platz des Himmlischen Friedens
    foto: david bichler

    Der Platz des Himmlischen Friedens

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