Nobelpreisträger Ferid Murad zu Gast in Österreich

13. Juni 2006, 20:04
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US-Pharmakologe war 1998 ausgezeichnet worden - Vortrag über Rolle des Stickstoffmonoxids als Botenstoff im Herz-Kreislauf-System

Graz - Der US-Pharmakologe und Nobelpreisträger Ferid Murad hat am Montag die steirische Landeshauptstadt besucht. An der Medizinischen Universität Graz sprach Murad über seine Arbeiten zur Rolle des Stickstoffmonoxids (NO) als Botenstoff im Herz-Kreislauf-System, für die er gemeinsam mit seinen Kollegen Robert Furchgott und Louis Ignarro 1998 den Nobelpreis für Medizin/Physiologie erhalten hat. Für die Hochschul-Forscher hielt der Amerikaner einen Workshop, am Abend war ein Vortrag angesetzt.

Die drei US-Forscher hatten nachgewiesen, dass Nitroglyzerin und andere gefäßerweiternde Mittel NO bilden. Das Signalmolekül im Herz- und Gefäßsystem aktiviert die glatten Muskelzellen, was zu einer Gefäßerweiterung und in Folge zur Senkung der Vorlast des Blutdrucks führt. NO fungiert auch als Botenstoff im Hirn und spielt eine wichtige Rolle beim Erinnern und Lernen. Auch bei der Immunabwehr gegen Bakterien und Krebszellen besitzt es eine wichtige Funktion: So genannte Makrophagen (Fresszellen) injizieren eine tödliche Dosis von Stickstoffmonoxid in Bakterien und mutierten Zellen, wodurch diese absterben.

Murads Vortrag am Montagabend wurde von der "Initiative zur Förderung Biomedizinischer Wissenschaften" organisiert. Diese wurde von Mitarbeitern der Med Uni und der Universität Graz gegründet, um das Wissen international anerkannten Experten in Form von Vorträgen und Workshops an Interessierte weiterzugeben. (APA)

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