Zertifikate: Börsenachterbahn sorgt im Mai für Umsatzrekord

30. Juni 2006, 10:57
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Index- vor Bonus- und Discountzertifikaten - Von Walter Kozubek

Da auch eine Vielzahl österreichischer Anleger Zertifikate internationaler Emittenten handelt, wird die Mai-Statistik des Deutsche Derivate Instituts auch für diese Anleger von Interesse sein.

Laut DDI hat die Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten die Börsenumsätze der derivativen Wertpapiere im Mai auf ein neues Rekordniveau getrieben. Parallel mit den Umsatzrekorden an den deutschen Wertpapierbörsen und der Terminbörse Eurex stieg auch das Handelsvolumen von Anlage-Zertifikaten und Hebelprodukten gegenüber dem April um 40 Prozent auf 13,9 Mrd. Euro und damit auf ein noch nie gesehenes Niveau.

Die steigenden Volatilitäten haben offensichtlich die Risikofreudigkeit der Investoren wachsen lassen, denn die Umsätze der Optionsscheine und Knockouts nahmen im Mai um 46 Prozent auf 7,04 Mrd. Euro zu. Sie überholten dabei die als defensiv geltenden Anlageprodukte. Besonders beliebt waren bei den Hebelprodukten die Knockouts auf Indizes. Hier sprang der Umsatz auf 3,15 Mrd. Euro, was einem Plus von 73% gegenüber dem Vormonat entspricht.

Das Handelsvolumen der derivativen Anlageprodukte stieg ebenfalls, allerdings „nur“ um 35 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. Hier gehörten die Index-Zertifikate zur beliebtesten Produktgruppe der Investoren. Mit einem Umsatzplus von 52 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro stieg der Marktanteil um 8,3 Prozentpunkte auf 38,8 Prozent. Es folgten die Bonus- und Teilschutzprodukte mit einem Volumen von 1,8 Mrd. Euro. Sie verloren zwar 4,5 Prozentpunkte an Marktanteil, aber nichtsdestotrotz wuchs der Umsatz im Mai 22 Prozent. Trotz der volatilitätsbedingt gestiegenen Prämien blieb den Discount-Produkten mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro nur der dritte Rang.

Hinter den Index- (55 Prozent) und Aktien-Zertifikaten (34 Prozent) konnten die Rohstoff-Produkte ihre Umsatzsteigerungen mit einem Marktanteil von 8 Prozent bestätigen. Angesichts der fallenden Rohstoffpreise war offensichtlich keine weitere Umsatzsteigerung möglich.

Umsatzstärkster Handelsplatz war die Börse in Stuttgart. Sie vereint mit einem Handelsvolumen von 10,3 Mrd. Euro circa 74,4 Prozent des Gesamtumsatzes der derivativen Produkte auf sich. Mit einem weiten Abstand folgt die Börse Frankfurt mit einem Anteil von 25 Prozent. Bei den derivativen Anlage-Produkten besitzen die Schwaben einen Marktanteil von 60 Prozent, bei den Hebelinstrumenten sind es sogar 88,8 Prozent.

In der Rangliste der Emittenten gab es keine nennenswerten Verschiebungen. Die Commerzbank konnte ihren ersten Platz, den sie im April erobert hatte, verteidigen. Die „Gelben“ liegen mit einem Marktanteil von 22 Prozent (Umsatz 3,08 Mrd. Euro) knapp 2,8 Prozentpunkte vor der Deutsche Bank. Die Angebotslücke vor allem im Rohstoffbereich konnte sie innerhalb der vergangenen 30 Tage nicht schließen. ABN Amro folgt auf dem dritten Platz mit einem Anteil von 16,9 Prozent, was einem Umsatz von 2,3 Mrd. Euro entspricht.

Bei den Anlage-Zertifikaten blieb es auch im Mai bei der seit mehreren Monaten gültigen Verteilung. Die Deutsche Bank konnte ihren Marktanteil sogar um 1,7 Prozent auf 22,7 Prozent ausbauen. Sie hat damit einen Vorsprung von fast 7 Prozent vor der ABN Amro. Im Segment Optionsscheine fiel der Umsatzanteil der Commerzbank deutlich um 4 Prozentpunkte auf 16 Prozent zurück. In dieser Produktkategorie sind Umsatzsprünge und Umsatzeinbrüche wegen der zahlreichen No-Fee-Aktionen mit den Direktbanken häufig zu verzeichnen.

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