Japan: Zeichen stehen auf Erholung

29. Juni 2006, 13:45
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Wirtschaft wuchs im ersten Quartal wie erwartet kräftig - Firmen nehmen wieder mehr Personal auf

Tokio - Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal in einem wie von Volkswirten erwarteten Umfang gewachsen. Von Jänner bis März gab es preisbereinigt im Vergleich zum Vorquartal ein Wachstum von 0,8 Prozent, wie die am Montag von der Regierung veröffentlichten endgültigen Zahlen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen.

Im Vergleich zu den vorläufigen Zahlen wurde das BIP jedoch nach oben revidiert, da zunächst ein Wachstum von 0,5 Prozent veranschlagt wurde. Damit verdichteten sich die Anzeichen auf eine kräftige Erholung der japanischen Wirtschaft, die die Notenbank in Kürze zu einer ersten Zinserhöhung seit sechs Jahren veranlassen könnte.

BIP-Wachstum von 3,1 Prozent prognostiziert

Die vor Börsenbeginn in Tokio veröffentlichten Daten wiesen zudem aufs Jahr hochgerechnet ein BIP-Wachstum von 3,1 Prozent aus. Bisher waren 1,9 Prozent genannt worden. "Das revidierte BIP-Wachstum entspricht den Erwartungen und wird sich nicht auf die Vorhersagen für die Geldpolitik der Bank von Japan auswirken", sagte Tatsuo Ichikawa von ABN Amro Securities. Die Zahlen bestätigten die Erwartungen, dass auch die jüngsten Kursverluste an den Börsen die japanische Notenbank nicht an einer Erhöhung der Zinsen hindern werden.

Die Aktienkurse hatten kürzlich deutliche Verluste hinnehmen müssen in der Erwartung, dass eine straffere Zinspolitik der Notenbanken weltweit zu einer Konjunkturabschwächung führen könnte. Der Nikkei-Index hatte in der vergangenen Woche im Vergleich zu seinem Höchststand im April 18 Prozent verloren und den tiefsten Stand seit November erreicht. Am Montag lag der Nikkei 0,56 Prozent im Plus.

Konzerne profitierten von Einschnitten

In den vergangenen Jahren erholte sich die japanische Wirtschaft kontinuierlich, da die Konzerne von den schmerzhaften Umstrukturierungen der Vorjahre profitierten. Sie stellen nun wieder verstärkt Personal ein und zahlen ihren Angestellten höhere Gehälter, was sich generell positiv auf den persönlichen Verbrauch auswirkt.

Im Mai sank jedoch das Verbrauchervertrauen leicht. Der entsprechende Index sei unbereinigt auf 49,8 Punkte von 50,0 Punkten im Vormonat gefallen, hieß es in einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Regierungsstatistik. (APA/Reuters)

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