26 Männer derzeit auf FBI-Liste der "meist gesuchten Terroristen"

15. Juni 2006, 20:57
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Ägypten und Saudi-Arabien als häufigste Herkunftsländer - Bild von Zarqawi auf Homepage der US-Bundespolizei durchgestrichen

Wien - 26 Personen - alles Männer - sucht die US-Bundespolizei FBI nach dem Tod des Al-Kaida-Anführers im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi derzeit unter der Bezeichnung "Meist gesuchte Terroristen". An der Spitze, was die Höhe der Ergreiferprämien anbelangt, stehen dabei der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida Osama Bin Laden und dessen Stellvertreter Ayman al-Zawahiri. Für Hinweise, die direkt zur Festnahme eines der beiden führt, gibt es den Angaben auf der FBI-Homepage zufolge bis zu 25 Millionen Dollar (19,7 Mio. Euro) aus dem Justizprogramm des US-Außenministeriums.

Für Bin Laden legt der amerikanische Verband der Flugpiloten sowie der Verband für Lufttransport insgesamt weitere zwei Mio. Dollar (1,58 Mio. Euro) dazu - offensichtlich vor dem Hintergrund der Flugzeug-Anschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten. Dabei weist die US-Bundespolizei zur Person Bin Ladens in keiner Weise auf einen Zusammenhang mit 9/11 hin: "Osama Bin Laden wird im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen auf US-Botschaften in Dar-es-Salaam (Tansania) und Nairobi (Kenia) am 7. August 1998 gesucht", heißt es unter "Most Wanted Terrorists" und in aller Kürze weiter: "Ferner ist Bin Laden ein Verdächtiger bezüglich anderer Terrorangriffe weltweit."

Mehrheit aus arabischem Land

Die Mehrzahl der "most wanted terrorists" kommt aus einem arabischen Land. Je fünf stammen aus Saudi-Arabien und aus Ägypten. Dahinter folgen der Libanon mit vier und die Philippinen mit drei Gesuchten. Je zwei wurden in Kenia, dem Gaza-Streifen bzw. dem Jemen geboren. Je einer der aktuellen mutmaßlichen Top-Terroristen stammt aus Libyen, der Islamischen Republik Komoren, einem kleinen Inselstatt im Indischen Ozean zwischen Ostafrika und Madagaskar, sowie den USA selbst. Von Bin Laden und Zawahiri, abgesehen, ist für die meisten dieser 26 Personen eine Ergreiferprämie von fünf Millionen Dollar (3,95 Mio. Euro) ausgesetzt.

Neben dem Saudiaraber und dem Ägypter betreffen acht weitere Fälle die Anschläge auf die US-Botschaften in den afrikanischen Staaten. 1998 kamen dabei mehr als 200 Menschen ums Leben - unter ihnen 12 US-Bürger. Zu ihnen gehört etwa der Ägypter Abdullah Ahmed Abdullah, alias Abu Mohammed al-Masri, der die Al-Kaida Ausbildungslager in Afghanistan geleitet haben soll. Weiters zählt Fazul Abdullah Mohammed zu ihnen. Der heute ca. 32-Jährige wurde im August 2003 bereits von den kenianischen Behörden festgenommen, konnte dann aber nach der Zündung einer Granate durch einen Komplizen entkommen.

Attentate auf Luftwaffenstützpunkt in Khobar

Vier der Top-Terroristen - allesamt Saudiaraber - sucht das FBI wegen der Bombenattacke auf einen Luftwaffenstützpunkt in Khobar bei Dahran in Saudi-Arabien im Juni 1996 mit 19 getöteten US-Soldaten. Auch hier soll Bin Laden seine Hand im Spiel gehabt haben.

Nach Mohammed Ali Hamadi und drei weiteren Mitgliedern der pro-iranischen radikalen Schiiten-Organisation Hisbollah wird wegen der Entführung einer Maschine der Fluggesellschaft TWA 1985 gefahndet. Sie lenkten den Flug auf der Strecke von Rom nach Boston Richtung Beirut um. Ein Angehöriger der US-Marineinfanterie an Bord wurde getötet. Die anderen rund einhundert Passagiere kamen nach rund einem Monat Geiselhaft im Libanon frei. Hamadi war 1987 in Deutschland festgenommen worden und saß dort bis Ende 2005 in Haft, ehe er frei gelassen wurde. Zu einer Ausliederung an die USA kam es nicht. Er dürfte wie die drei mutmaßlichen Mittäter im Libanon untergetaucht sein.

Bei den drei Philippinos auf der FBI-Liste handelt es sich um Führungsleute der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf, die Kontakte zur Al-Kaida haben soll. Die Gruppe wird für zahlreiche Anschläge verantwortlich gemacht; im Vorjahr sollen 3.000 Tote auf das Konto der Gruppe gegangen sein. Im Jahr 2000 sorgten die Islamisten weltweit für Schlagzeilen, als sie eine Gruppe westlicher Touristen monatelang auf der Insel Jolo in ihrer Gewalt hielten.

World Trade Center-Attentäter von 1993 noch immer flüchtig

Der im US-Bundesstaat Indiana geborene Abdul Rahman Yasin ist im Visier der US-Ermittler wegen des Bombenattentats auf das New Yorker World Trade Center 1993 mit sechs Todesopfern und rund 1.000 Verletzten. Jamel Ali Al-Badawi gilt als Drahtzieher des Anschlags auf das US-Kriegsschiff "Cole" in der jemenitischen Hafenstadt Aden im Jahr 2000. Ramadan Shallah wiederum wird für seine Rolle als Exilführer der militanten palästinensischen Gruppe Islamischer Jihad gesucht.

Das Profil Zarqawis wurde auf der FBI-Homepage mittlerweile aus dem Kreis der anderen Top-Terroristen genommen. Sein Bild befindet sich auf der Startseite mit der Überschrift "Extra" - durchgestrichen mit einem roten Balken mit der Aufschrift "verstorben". Ein weiteres flüchtiges Al-Kaida-Mitglied, Muhsin Musa Matwalli Atwah, alias Abdur Rahman, ist noch auf der Liste, obwohl die pakistanische Armee Mitte April seinen Tod vermeldeten. Atwah sei bei einem Hubschrauberangriff an der Grenze zu Afghanistan getötet worden, hatte es geheißen. (APA)

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