Pentagon-Sprecher relativiert Aussagen über Selbstmorde als "PR-Gag"

28. Juni 2006, 11:27
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Aufregung über Statement von Staatssekretärin Colleen Graffys

London - Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums hat herabsetzende Äußerungen von Kollegen wegen der Selbstmorde im Gefangenenlager Guantanamo relativiert. Er würde die Selbstmorde von Insassen nicht als guten PR-Gag charakterisieren, sagte der für Häftlingsfragen zuständige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Cully Stimson, am Montag der britischen BBC.

Er bezog sich auf entsprechende Äußerungen der Staatssekretärin im US-Außenministerium, Colleen Graffy, vom Vortag. "Weil wir Amerikaner sind, achten wir das Leben, sogar das Leben gewalttätiger Terroristen, die im Krieg gegen unser Land gefangen genommen wurden", sagte Stimson.

"Keine Achtung vor dem Leben"

Aufsehen hatten international auch Äußerungen des Kommandeurs des Gefangenenlagers, Konteradmiral Harry Harris, erregt. "Sie haben keine Achtung vor dem Leben, weder vor unserem noch vor ihrem eigenen. Ich glaube, das war kein Akt der Verzweiflung, sondern ein Akt (...) der Kriegsführung gegen uns", sagte er mit Blick auf die Toten.

Die USA hatten erstmals Selbstmorde in ihrem Gefangenenlager in Guantanamo Bay gemeldet. Demnach nahmen sich drei Insassen das Leben. Insgesamt 23 Gefangene sollen zum Teil bereits mehrfach versucht haben, sich umzubringen. In Guantanamo halten die USA derzeit 460 Insassen aus 40 Ländern und dem Westjordanland unter dem Verdacht fest, Kontakte zur Extremistenorganisation Al-Kaida oder zu den afghanischen Taliban zu haben. (APA/Reuters)

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