"Traumstart"für deutsche Polizei

13. Juni 2006, 20:21
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Der Auftakt der Fußball-WM verlief ruhig. Demonstrationen gegen die NPD oder das iranische Regime verliefen friedlich

- von Birgit Baumann aus Berlin

"Ein Traumstart. Es hat alles lückenlos geklappt"- so lautet das Fazit von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), der auch Vorsitzender aller deutschen Innenminister ist, über den Beginn der Weltmeisterschaft. Dabei meinte Beckstein nicht den 4:2-Sieg der Deutschen über Costa Rica beim Auftakt, sondern die Sicherheitslage.

Weder in den Stadien noch bei den unzähligen Public-Viewing-Bereichen im ganzen Land kam es zu gröberen Zwischenfällen. In Frankfurt am Main, wo sich 65.000 englische Schlachtenbummler aufhielten, mussten allerdings zwanzig teils stark alkoholisierte deutsche und englische Fans die Nacht von Freitag auf Samstag in Polizeigewahrsam verbringen.

Demo gegen die NPD

Friedlich verlief auch eine Demonstration gegen den Aufmarsch der NPD in der WM-Stadt Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen). Unter den mehr als 4000 Demonstranten waren auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD), der erklärte: "Kein Mensch in diesem Land soll Angst haben müssen, weil er anders ist als andere."Der Polizeipräsident von Gelsenkirchen hatte den Umzug der NPD zuvor als Provokation eingestuft und aus Sicherheitsgründen untersagt. Doch das Bundesverfassungsgericht gab einem Eilantrag der NPD am Freitag in letzter Instanz Recht.

Am 17. Juni will die rechtsextreme Partei überdies auch noch während der Partie Iran - Portugal in Frankfurt am Main bei einem Aufmarsch "Solidarität"mit dem Iran demonstrieren.

Die Stadt Frankfurt hat die Kundgebung untersagt, das letzte Wort werden erneut die Gerichte haben.

Protest gegen den Iran

Zum Protest gegen die israelfeindliche Politik des Iran und gegen dessen atomare Aufrüstung hatten für den Sonntagnachmittag die Israelischen Kultusgemeinden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Nürnberg aufgerufen. Iran - Mexiko stand auf dem Spielplan und als Besucher im Stadion hatte sich der iranische Vizepräsident Mohammed Aliabadi angesagt, die iranische Nationalmannschaft wurde von einer Polizei-Eskorte begleitet. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD Printausgabe 12.6.2006)

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