Nadal zeigte Federer den Meister

27. Juni 2006, 16:12
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Spanier verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr - Der Schweizer Weltranglistenerste muss weiter auf Paris-Sieg warten

Paris - Auch im achten Anlauf hat sich Roger Federer den lang ersehnten Traum vom ersten French-Open-Sieg seiner Karriere nicht erfüllt. Der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz unterlag am Sonntag im Endspiel des bedeutendsten Sandplatzturniers der Welt dem wie entfesselt aufspielenden Titelverteidiger Rafael Nadal mit 6:1,1:6,4:6,6:7(4) und muss damit weiter auf den einzigen ihm noch fehlenden Grand-Slam-Titel warten.

60 Sandplatz-Siege in Folge

Der 20-jährige Spanier baute nach einer weiteren Demonstration seiner Extra-Klasse seine imposante Rekordserie auf 60 Sandplatz-Siege in Folge aus und triumphierte wie im Vorjahr in der französischen Hauptstadt. Bei den Frauen hatte am Vortag Justine Henin-Hardenne ebenfalls ihren Titel erfolgreich verteidigt und ihren dritten French-Open-Sieg nach 2003 und 2005 mit einem 6:4,6:4 über die Russin Swetlana Kusnezowa geholt.

"Federer ist Favorit", hatte Nadal noch vor dem "ultimativen Tennis-Gipfel" ("L'Équipe") auf der roten Asche von Roland Garros gesagt. Auf das Turnier in Paris hatte sich der top-gesetzte Schweizer wie kaum jemals zuvor auf einen anderen Wettbewerb konzentriert und vorbereitet. Zunächst schienen sich die zusätzlichen Übungseinheiten auch bezahlt zu machen. Erstmals seit 22 Jahren standen sich die beiden top-gesetzten Akteure im Traumfinale auf dem Center Court gegenüber.

Im ersten Satz zeigte der seit 123 Wochen Führende der Weltrangliste sein mit Abstand bestes Spiel auf der roten Asche und ließ dem Linkshänder aus Mallorca keine Chance, ins Spiel zu finden. Doch nach dem verschlafenen ersten Durchgang wachte der "Sandplatz-König" plötzlich auf. Und was sich in der Folgezeit abspielte, kam einer Demontage von Federer gleich. Der Schweizer stand völlig neben sich, selbst die einfachsten Schläge misslangen. Nadal scheuchte seinen Gegner wie aufgedreht über den Platz, auch die aufmunternden "Let's go Roger"-Rufe halfen dem Basler nicht. Sein Aufbäumen im vierten Satz, als er sich ins Tie-Break kämpfte, kam zu spät.

Seit 14 Monaten auf Sand ungeschlagen

Seit 14 Monaten hat Nadal auf der roten Erde nun nicht mehr verloren, der Triumph gegen Federer war der 100. Sandplatz-Sieg und der 17. Turniergewinn seiner noch jungen Karriere. Kein anderer Spieler weist solch eine Bilanz gegen den Branchenprimus aus Basel auf: Für Nadal stehen sechs Siege bei einer Niederlage zu Buche. Allein in diesem Jahr gewann er vier Endspiele gegen Federer.

"Er hat es absolut verdient"

Als Super-Sportsmann erwies sich Roger Federer einmal mehr mit seiner Reaktion auf die Niederlage. "Er hat es absolut verdient, dieses Turnier hier zu gewinnen. Er hat nicht nur im Finale, sondern die ganze Saison über auf Sand überragend gespielt", sagte der Schweizer nach seinem ersten French-Open-Finale. "Ich werde nächstes Jahr wiederkommen und es erneut versuchen."

"Das Match war extrem hart"

Nadal standen bei der Siegerehrung und dem Abspielen der spanischen Hymne Tränen in den Augen. "Das ist ein unglaublicher Moment in meinem Leben, das war wieder ein großes Finale", sagte der Sieger, nachdem er den silbernen Pokal aus den Händen von Tennis-Legende Stefan Edberg entgegengenommen hatte. "Das Match war extrem hart. Roger hat zu Beginn viel besser gespielt, dann war ich im zweiten Satz viel besser, danach war es ausgeglichen. Es ist unglaublich, ich glaube, der Titel in diesem Jahr bedeutet mir noch mehr." (APA)

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    Nadal, die Nummer eins auf Sand.

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