Über 40 Festnahmen nach Zarquawi-Tod

13. Juni 2006, 15:10
12 Postings

Irakische Al-Kaida droht mit weiteren Anschlägen - Enthauptungsvideo von Ansar al-Sunnar - Südirak: Fünf Zivilisten getötet

Dubai - Nach dem Tod des Top-Terroristen Abu Mussab al-Zarqawi im Irak haben US-Soldaten und lokale Polizeieinheiten am Wochenende mehr als 40 mutmaßliche Extremisten festgenommen. Einige von ihnen sollen die Truppen auf Grund von Dokumenten aufgespürt haben, die in Zarqawis letztem Versteck gefunden worden waren. Das Haus war bei dem US-Luftangriff auf den jordanischen Terroristen am vergangenen Mittwoch zerstört worden.

Die Extremistenorganisation Al-Kaida im Irak hat am Sonntag eine groß angelegte Anschlagsoffensive gegen die US-geführten Truppen angekündigt. Die Anschläge würden den Feind erschüttern und ihm den Schlaf rauben, hieß es in einer Erklärung, die auf einer oftmals von Extremisten benutzen Internetsite zu lesen war.

Dies sei auf einer Sitzung der Führung der irakischen Al-Kaida beschlossen worden. Dabei sei zudem über die künftige Strategie der Gruppe nach dem Tod ihres Führers im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi, beraten worden. Einen Nachfolger benannte die Gruppe in der Erklärung nicht. Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush angekündigt, auch nach dem Tod von Zarqawi hart gegen Aufständische im Irak vorzugehen. Dabei wolle man von dem Machtvakuum nach dem Tod Zarqawis profitieren.

Ansar al-Sunnar veröffentlicht Enthauptungsvideo

Sunnitische Rebellengruppen äußerten im Internet Bedauern über den Tod Zarqawis und kündigten eine Fortsetzung ihres Kampfes an. Die Gruppe Ansar al-Sunna veröffentlichte ein Video, in dem ihre Mitglieder drei Iraker verhören und später enthaupten. Den Opfern wird vorgeworfen, einer schiitischen Todesschwadron angehört zu haben. Zum Ende des Videos werden die Iraker davor gewarnt, sich den Sicherheitskräften anzuschließen.

Fünf tote Zivilisten

Unterdessen hat die andauernde Gewalt am Wochenende weitere Opfer gefordert. Bei einer Schießerei zwischen Aufständischen und britischen Soldaten in der schiitischen Stadt Amara im Süden sind am Sonntag mindestens fünf Menschen getötet worden. Laut Polizeiangaben wurden 15 Verletzte gezählt, unter ihnen eine Frau. Ein britisches Armeefahrzeug ging in Flammen auf. Bei den irakischen Kämpfern habe es sich um Milizionäre der "Mahdi-Armee" des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr gehandelt. Nach britischen Angaben wurde ein britischer Soldat verletzt.

In der Hauptstadt Bagdad und in der nördlichen Erdölregion um Kirkuk wurden nach Polizeiangaben drei Iraker getötet. Im Zentrum von Bagdad wurden ein Polizeigeneral schwer verletzt und sein Fahrer getötet, als beim Vorbeifahren ihres Wagens eine Bombe am Straßenrand explodierte. In Kirkuk töteten bewaffnete Männer einen Lehrer beim Verlassen seines Hauses. Ein weiterer Mann wurde südlich von Kirkuk am Steuer seines Autos getötet, als eine Bombe detonierte.

Festnahmen

Die Polizei von Kirkuk gab die Festnahme von sieben mutmaßlichen Al-Kaida-Mitgliedern bekannt. Sie würden verdächtigt, nach der Tötung ihres Chefs Abu Mussab al-Zarqawi bei einem US-Luftangriff am vergangenen Mittwoch in den Norden geflohen zu sein, hieß es. (APA/Reuters)

Share if you care.