England kam ins Schwitzen

14. Juni 2006, 10:56
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Beckham nach 1:0 ge­gen Paraguay: "Da drau­ßen hatte es 29 Grad" - Aufstieg kann bereits gegen Trinidad & Toba­go fixiert werden

Frankfurt - Einen Tag nach Gastgeber Deutschland hat mit England die nächste zum erweiterten Kreis der Titelanwärter zählende Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft einen mühevollen Auftaktsieg erkämpft. Die Ursache für das glanzlose 1:0 am Samstag in Frankfurt gegen Paraguay war beim Weltmeister von 1966 schnell gefunden: Temperaturen von knapp 30 Krügeln im Schatten beim Anpfiff um 15:00 Uhr waren schuld daran, dass die Insel-Kicker gegen die Südamerikaner in der Schlussphase noch gehörig ins Schwitzen kamen.

"Es war wirklich heiß heute, das hat uns in der zweiten Hälfte zurückgeworfen", erklärte Teamchef Sven-Göran Eriksson. Kapitän David Beckham, der das entscheidende Eigentor durch Gamarra per Freistoß vorbereitet hatte, pflichtete seinem Coach bei, obwohl er als Legionär bei Real Madrid hitzeerprobt sein müsste. "Da draußen hatte es 28, 29 Grad", schnaufte der Mittelfeldspieler, "damit können Südamerikaner eben besser umgehen als Engländer."

"Wir waren erschöpft, aber nur wegen der Hitze"

Den Einwand, der Einbruch in der zweiten Hälfte sei möglicherweise auf mangelnde Kondition zurückzuführen, ließ er nicht gelten. "Wir waren erschöpft, aber nur wegen der Hitze. Normalerweise sind wir stark, denn unser Fitness-Level ist hoch", behauptete Beckham. Im Endeffekt zähle nur der Sieg, so der "Spice Boy". "Das war ein guter Start, wir haben die drei Punkte."

Einen siegreichen Auftakt bei einem großen Turnier legten die Engländer zuletzt 1998 (2:0 gegen Tunesien) hin. Bei Weltmeisterschaften hatten sie vor dem Turnier in Deutschland in elf Ouvertüren nur viermal die Oberhand behalten.

Aufstieg quasi schon fixiert

Abseits dieser Statistik gewann der Erfolg gegen Paraguay drei Stunden später noch mehr an Bedeutung, weil Schweden im Parallelspiel der Gruppe B gegen Trinidad & Tobago überraschend nicht über ein torloses Remis hinauskam. Dadurch hätten die Engländer bei einem Sieg am kommenden Donnerstag gegen den WM-Debütanten den Aufstieg schon nach dem zweiten Gruppenspiel geschafft.

Gegen Trinidad & Tobago wird allerdings nicht nur das Achtelfinal-Ticket, sondern auch eine klare Leistungssteigerung angepeilt. "Wir wissen, dass wir besser spielen können", sagte Eriksson. Sollte den Engländern dennoch wieder die Luft ausgehen, können die vorverlegten Hundstage in Deutschland aber nicht mehr als Ausrede für schlappe "Three Lions" herhalten, schließlich beginnt das Match in Nürnberg erst um 18:00 Uhr.

In dieser Partie könnte es auch zum Comeback von Wayne Rooney kommen, dessen Fehlen sich gegen Paraguay deutlich bemerkbar machte. Der Jungstar ist nach überstandenem Mittelfußknochenbruch wieder voll ins Mannschaftstraining integriert. "Wenn wir glauben, dass er fit ist, wird er spielen", so Eriksson kryptisch.(APA)

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    Eine kurze Erfrischung.

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