Morak will Journalistenausbildung stärker fördern

4. Juli 2006, 21:52
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Medien-Staatssekretär Morak kündigte Evaluierung der Presseförderung Ende 2006 an: Qualitätsjournalismus fördern

Dürnstein - Ende des Jahres soll eine Evaluierung der derzeitigen Presseförderung vorgenommen werden. Dies kündigte Medien-Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) bei den Wachauer Journalistentagen in Dürnstein an. "Die Erfahrungen des Marktes und der Verlagshäuser werden hier von Bedeutung sein. Ich könnte mir in diesem Zusammenhang für die Zukunft eine Forcierung der Ausbildungsinitiativen beziehungsweise der Journalistenausbildung vorstellen", so Morak.

Wie die Presseförderung 2006 verteilt wird, hat die Medienbehörde KommAustria übrigens dieser Tage festgelegt (siehe rtr.at). 15 Tageszeitungen erhalten demnach in Summe 2,443.527 Euro an sogenannter Vertriebsförderung, die besondere Förderung für regionale Vielfalt geht an acht Titel und beträgt 6,644.500 Euro. "Der Standard" erhält insgesamt knapp 1,18 Millionen Euro, "Die Presse" 1,14 Millionen. Die "Kärntner Tageszeitung" kommt auf 1,13, das "Neue Volksblatt" auf 1,03 Millionen Euro. 992.000 gibt es für die Tiroler "Neue", 856.000 für die "Neue" in Vorarlberg. 802.000 gehen an die "Salzburger Volkszeitung", 746.000 Euro an das "WirtschaftsBlatt". "Kronen Zeitung", "Kurier", "Kleine Zeitung" und andere Regionalblätter erhalten zwischen 177.000 und 141.000 Euro Presseförderung.

Investition für qualitative Journalistenausbildung im Rahmen der Presseförderung angedacht

Durch die Herausforderungen der digitalen Welt würde Qualitätsjournalismus immer wichtiger, so Morak bei der vom Friedrich Funder Institut veranstalteten Tagung. "Eine Stärkung dieser Säule innerhalb der Presseförderung erscheint mir als eine nachhaltige Investition im Rahmen der Presseförderung." Sollte die Evaluierung zu konkreten Ergebnissen führen, könnte es dann nächstes Jahr eine entsprechende Gesetzesänderung geben.

Mit Sicherheit länger werde hingegen die Diskussion zur Überarbeitung der europäischen Fernsehrichtlinie dauern. "Ich gebe der Fernsehrichtlinie zweieinhalb Jahre bis zu einer Einigung", meinte Morak. Ein wichtiger Punkt der Diskussion bestehe in der "Erörterung der Neuerungen des Werberegimes". Werberegelungen sollen durch die Fernsehrichtlinie der EU vereinfacht werden. "Dies soll insbesondere durch den Entfall der täglichen Werbezeitbeschränkung, jedoch unter Beibehaltung des stündlichen 12-Minuten-Limits, oder aber durch die Vereinfachung der Regelungen über die Einfügung der Werbung ermöglicht werden." Auch die Frage des Product Placement soll neu geregelt werden. Vor in diesem Punkt erwartet Morak intensive Debatten, "weil viele Mitgliedstaaten hier noch Erklärungsbedarf sehen".

Auch zur aktuellen öffentlichen Diskussion um den ORF nahm der zuständige Staatsekretär kurz Stellung. "Es ist ausschließlich Aufgabe des Stiftungsrates, auf diese Situation zu reagieren und seine Entscheidungen zu treffen." Delegieren durch die Politik sei hier nicht gefragt. "Das ist nicht im Sinne des ORF-Gesetzes", so Morak. Statt ständiger politischer Auseinandersetzungen um den ORF solle man sich vielmehr mit den Herausforderungen durch Internet und Digitalisierung auseinander setzen. Mit der Einführung von digitalem Fernsehen, das terrestrisch via Hausantenne zu empfangen sein wird, werde es nämlich "in den nächsten Monaten Schlag auf Schlag gehen". (APA)

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