Alles friedlich in Frankfurt

12. Juni 2006, 10:37
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65.000 Engländer feierten den ersten Sieg - "Der Römerberg ist ja englischer als der Piccadilly Circus"

Frankfurt/Main - Rund 65.000 englische Fußball-Fans haben am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag in Frankfurt am Main zum Teil lautstark, aber friedlich den ersten Sieg ihrer Mannschaft bei der WM gefeiert. Die Polizei, der hessische Innenminister Volker Bouffier und Oberbürgermeisterin Petra Roth zogen eine durchweg positive Bilanz. Diese wurde nach Einschätzung der Polizei auch nicht durch 46 vorübergehende Festnahmen in der Stadt getrübt, bei denen es ausschließlich um kleinere Delikte ging.

Polizeisprecher Karlheinz Wagner sprach von einer im Vergleich zu den 65.000 Fans "verschwindend geringen Zahl" und wies daraufhin, dass es sich bei den Festgenommenen um 29 Deutsche, zwölf Engländer und fünf Angehörige anderer Nationalitäten handelte. Ihnen würden unter anderem Diebstähle, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen zur Last gelegt. Schwere Straftaten seien aber nicht darunter. Nach den Angaben befanden sich etwa 40.000 englische Fans im Stadion, wo sie den allerdings nur durch ein Eigentor aus der gegnerischen Mannschaft zu Stande gekommenen 1:0-Sieg ihrer Nationalmannschaft im Auftaktspiel gegen Paraguay verfolgen konnten. Weitere 25.000 seien in der Stadt gewesen.

Sprünge in den Main

Die weitaus meisten von ihnen feierten auch nach Spielende ausgelassen, fröhlich und friedlich auf den Frankfurter Straßen und am Mainufer weiter. Offenbar wegen der starken Sonne und der sommerlichen Temperaturen sprangen eine ganze Reihe von Fans zur Abkühlung in den Main. "Alle zehn Sekunden ist da ein Engländer hineingehüpft", erzählte Wagner, aber alle seien wohlbehalten wieder herausgekommen. "Insgesamt ist es toll gelaufen, keine der Befürchtungen ist eingetreten", sagte der Polizeisprecher am Sonntag.

Bereits am Samstagabend hatte der hessische Innenminister Bouffier die englischen Fans gelobt. "Es herrscht Partystimmung in Frankfurt, aber auch in ganz Hessen", sagte der CDU-Politiker im Hessischen Rundfunk. Er sei sehr zufrieden, das Polizeikonzept sei voll aufgegangen. Es habe kaum Auseinandersetzungen gegeben, fügte Bouffier hinzu, der sich unter die feiernden Fans auf dem Römerberg gemischt hatte. "Wir haben großes Glück gehabt." Einzelne Schlägereien kommentierte er mit den Worten: "Wenn fünf-sechs Leute sich hauen wollen, das gibt es auf jedem Fest, wenn zu viel Alkohol getrunken wird."

"Wunderbare Atmosphäre in der Stadt"

Auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Roth äußerte sich zufrieden mit der "wunderbaren Atmosphäre in der Stadt". Alle Verantwortlichen sprächen von einem weitgehend reibungslosen Verlauf der WM in Frankfurt. Bis auf wenige Zwischenfälle sei die Weltmeisterschaft bisher das von vielen erhoffte fröhliche und friedliche Fest. In Anlehnung an die übliche Abkürzung von Frankfurt am Main sagte das Stadtoberhaupt,: "FFM - das steht heute für Fußball und Fans am Main."

Auch die Zuschauerzahlen hätten alle Erwartungen übertroffen. So kam allein rund eine halbe Million Menschen in die Main-Arena, wo die Spiele auf Großbildschirmen verfolgt werden können, die auf einem Boot in der Flussmitte installiert wurden. Dass die Innenstadt fest in der Hand englischer Fans war, belegte die Stadt mit dem Zitat eines zur WM aushilfsweise für die Fanbetreuung eingesetzten britischen Bobbies: "Der Römerberg ist ja heute englischer als der Picadilly Circus."(APA/AP)

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    Kein Ärger in Frankfurt.

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