Virtuelle Sportspiele in der realen Welt

20. Juni 2006, 10:03
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Vier junge Österreicher stehen heuer im Finale von Microsofts "Imagine Cup"

Ein Hindernis, das zu überwinden ist; Bonuspunkte, die einzusammeln sind; ein Spielfeld, auf dem der Gegner besiegt werden soll. In solchen Welten halten sich Jugendliche (und nicht wenige Erwachsene) oft stundenlang täglich auf, ohne dabei einen Fuß vor die Haustür zu setzen - und bewegen sich dabei trotz aller Bewegung auf dem Bildschirm bestenfalls zwischendurch in die Küche, um für Snacknachschub zu sorgen.

Auswirkungen

Die so geförderte Bewegungslosigkeit zeigt ihre gesundheitlichen Spuren. Was wäre, überlegte eine Gruppe Wiener Studenten, wenn man die intensiven Anreize der virtuellen Spielwelt mithilfe mobiler Geräte in die richtige und damit tatsächlich Bewegung in die Spielwelt tragen würde?

Umsetzung

Mit dieser Idee und einer präsentationsfähigen Umsetzung der dazu nötigen Software schafften Corina Dobrea von der WU Wien sowie Alexander Duggleby und Keng Ly von der TU Wien den Sprung in das Finale des weltweiten Microsoft Imagine Cup im August in Delhi, Indien. Noch ein weiterer Österreicher, Andreas Tomek (TU Wien), im Vorjahr weltweit Dritter im Wettbewerbsfeld IT, kam erneut in die Schlussrunde.

50 Teams am Start

"Stell dir eine Welt vor, in der uns Technologie hilft ein gesünderes Leben zu führen", ist das Thema des diesjährigen Programmierwettbewerbs von Microsoft, der in sechs verschiedenen Kategorien stattfindet. Das "CAPS" getaufte heimische Siegerprojekt für die Teilnahme in Delhi arbeitet mit Smartphones und GPS-Systemen, um am Handydisplay und via Kopfhörer die Spielenden zu Aktivität zu animieren. Der Spieler steuert das Spiel nicht durch einen Joystick, sondern durch seine eigene Bewegungen. Zum Beispiel bei einem Hindernislauf, dessen Hürden nur virtuell existieren.

Vergleich

Am Imagine Cup, der heuer zum vierten Mal stattfindet, haben in Österreich insgesamt 200 Studierende teilgenommen; weltweit bewarben sich 65.000 Studenten aus 100 Ländern. In Delhi treten 50 Teams aus aller Welt zum Wettkampf an. Den Gewinnern winken Preisgelder in Gesamthöhe von 200.000 Dollar - und das Interesse der Investor- und Entwicklercommunity. (DER STANDARD Printausgabe, 10./11.06.2006)

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