Interview: "Es war herrlich verrückt"

11. Juni 2006, 17:51
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Leo Beenhakker, Trainer des karibischen Inselparadieses, zum Punktgewinn seiner Elf und seinen taktischen Schachzügen

Dortmund - Leo Beenhakker, der Teamchef von Trinidad und Tobago, nach dem 0:0 gegen Schweden im Interview:

Ihre Mannschaft hat für eine große Überraschung gesorgt und gegen die favorisierten Schweden ein Unentschieden erkämpft. War es für Sie eine Überraschung?

Leo Beenhakker: "Ja sicherlich, denn eigentlich hatte Schweden die besseren Spieler, um das Spiel zu gewinnen. Und überhaupt war vorher ja nur die Frage, wie England und Schweden sich in unserer Gruppe durchsetzen. Doch wir sprechen nicht über Mathematik, sondern über Fußball. Normalerweise ist zwei und zwei vier, aber im Fußball ist es meistens drei oder fünf. Wir haben mit Kampf dagegen gehalten und sind bis zum Schluss in jeden Zweikampf gegangen. Das war fantastisch. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft."

Nach dem Platzverweis von Avery John haben Sie trotz Unterzahl einen weiteren Stürmer gebracht. Warum?

Leo Beenhakker: "Haben Sie das Ergebnis gesehen? Es war so herrlich verrückt, das zu tun. Jeder hat mit einem defensiven Spieler gerechnet und dann kommt noch ein Stürmer. Die Schweden haben unsere zwei Angreifer mit fünf Leuten gedeckt. Das war's, was ich wollte. Es ist großartig, dass es geklappt hat."

Sie haben schon vor dem Spiel Ihren eigentlichen Stammtorwart Kelvin Jack gegen Shaka Hislop ausgetauscht. Was waren die Gründe?

Leo Beenhakker: "Jack hatte sich bereits Anfang der Woche verletzt, und diese Verletzung ist beim Aufwärmen wieder aufgetreten. Da mussten wir reagieren. Ich habe Shaka Hislop kurz vor dem Anpfiff gesagt, dass er jetzt spielt. Er hat nur geantwortet: "Kein Problem." Hislop hat einen tollen Job gemacht."

Ihr Kapitän Dwight York ist eigentlich ein Spielmacher, hat aber heute die meiste Zeit vor der Abwehr gespielt. War das so geplant?

Leo Beenhakker: "Ja, ich habe Dwight die Freiheit gegeben, zu entscheiden, ob er die Abwehr stabilisieren oder nach vorne spielen will. Er ist mein Schlüsselspieler. Ich weiß, was er kann und vertraue ihm. Er hat das großartig gemacht."

Sie haben nach dem Spiel Schwedens Top-Star Zlatan Ibrahimovic umarmt und lange mit ihm gesprochen. Worüber?

Leo Beenhakker: "Das ist persönlich. Jeder weiß, wir haben eine gute Beziehung. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir uns nach drei Jahren wieder getroffen haben. Und noch mehr habe ich mich gefreut, dass er nicht getroffen hat. Ich habe zu ihm gesagt: Zlatan, du bist ein echter Freund." (APA/dpa)

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