Russland lehnt Ratifizierung von Energiecharta mit EU ab

10. Juni 2006, 17:02
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Kudrin: Prinzipien werden schon beachtet

St. Petersburg - Die russische Regierung will dem Drängen der EU nach Ratifizierung einer gemeinsamen Energiecharta für mehr Versorgungssicherheit nicht nachgeben. "Russland teilt die Prinzipien der Charta, aber seine Formulierung passt uns nicht", sagte der russische Finanzminister Alexej Kudrin am Samstag nach einem Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands in St. Petersburg.

Der Minister forderte die Aufnahme des Bereichs Atomstrom in die Charta, die sich bisher auf die Ressourcen Gas und Öl bezieht. Kudrin betonte, dass Russland als Energieexporteur auch die Verbraucherländer stärker in der Pflicht sehe. So hülfen langfristige Lieferverträge dabei, Investitionen in die Förderung anzuregen.

Die EU bezieht etwa ein Viertel ihres Erdgases aus Russland. Versorgungsengpässe nach einem Streit zwischen Russland und der Ukraine verschärften Anfang des Jahres die Furcht vor einer zu starken Abhängigkeit von Moskau. Russland hat die Charta unterschrieben, aus Angst, sie könnte das Monopol des Gasriesen Gazprom in Frage stellen, jedoch nicht ratifiziert (APA)

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