5.000 Menschen demonstrierten gegen Rechtsextremismus

21. Juni 2006, 16:06
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Kundgebung gegen Aufmarsch von rechtsextremer NPD - Vizekanzler Müntefering: "Braune Soße soll nie wieder Chance haben"

Gelsenkirchen - Rund 5.000 Menschen haben am Samstag in der WM-Stadt Gelsenkirchen friedlich gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass demonstriert. Anlass war ein Aufmarsch von knapp 200 Anhängern der rechtsextremen NPD, die ab Mittag durch die Ruhrgebietsstadt zog. Auf der Gegenkundgebung in der Innenstadt forderte Bundestagspräsident Norber Lammert (CDU) die Bürger auf, ein Zeichen gegen "den Auftritt dieses kleine Häufleins verlotterter Rechtsextremisten" zu setzen.

"Braune Soße"

Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) warf den Rechtsextremisten vor, sie wollten die Fußball-WM missbrauchen, um Fremdenfeindlichkeit zu säen. "Diese braune Soße soll in Deutschland nie wieder eine Chance haben, nie mehr", rief Müntefering den Gegendemonstranten zu. Lammert betonte, Deutschland wolle sich bei der WM als freundliches und weltoffenes Land zeigen. "Das lassen wir uns von niemandem vermiesen", sagte der Bundestagspräsident. Er wies darauf hin, dass unter den 700 Fußballern der WM nur 23 Deutsche und die übrigen Ausländer seien: "Fremdenhass darf bei uns keine Chance haben."

Die Demonstration der Rechten war erst am Freitag vom deutschen Bundesverfassungsgericht gestattet worden, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster sie zuvor verboten hatte. Die Münsteraner Richter hatten ihr Verbot vor dem Hintergrund der Fußball-WM mit einer massiven Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit begründet. (APA/dpa)

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    Rund 5.000 Menschen nahmen an den Protesten gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass teil.

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