Führungslos ins Debüt

12. Juni 2006, 17:03
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Togo machte schon vor dem Spiel Schlagzeilen, Neuling suchte vor Süd­korea-Partie weiter neu­en Teamchef, Schäfer glaubt nicht an Einigung

Wien/Frankfurt/Main - Am Dienstag, dem fünften Spieltag der 18. Fußball-WM in Deutschland, greift nach der Elfenbeinküste, Angola und Ghana der letzte der vier afrikanischen WM-Neulinge ins Geschehen ein. Togo tritt zum Gruppe-G-Auftakt im Frankfurter Stadion (15 Uhr) gegen den WM-Vierten von 2002, Südkorea, an. Die letzte Phase des togoischen Countdowns war ungewöhnlich, weil ziemlich chaotisch. Etwas mehr als 24 Stunden vor Anpfiff stand nämlich noch nicht fest, wer nach dem Abgang des Deutschen Otto Pfister auf der Trainerbank die "Sperber" sitzen wird.

Während sich andere Teams in den Bergen, andere in den Wäldern und wieder andere in Städten akribisch auf die Stunde X vorbereiteten, befanden sich die Verantwortlichen des togoischen Verbandes permanent auf der Suche bzw. in Gesprächen nach dem Rücktritt des 68-jährigen Pfister, dessen Platz vorerst Co-Trainer Kodjovi Mawuena einnahm. Als Neue wurden Namen wie Claude Le Roy, Bora Milutinovic und Winnie Schäfer genannt. Letzterer glaubt nach vierstündigen Verhandlungen kaum mehr auf ein Engagement. "Ich denke nicht, dass es eine Einigung geben wird", sagte Schäfer, der 2002 Kameruns WM-Trainer war.

"Das war schon immer so in Togo"

Emmanuel Adebayor von Arsenal London, eine der Stützen des Außenseiters, versuchte das Vakuum und den Prämienstreit, der zur Pfister-Demission geführt hatte, zu relativieren. "Das war schon immer so in Togo. Mann kann diese Dinge nicht von heute auf morgen abstellen. Ich habe die Angelegenheit jedoch bereits abgehakt. Ich will hier meinen besten Fußball zeigen. Wir wissen, dass wir es mit einer guten Mannschaft zu tun bekommen und es schwer wird", sagte der Stürmer.

Kapitän Jean-Paul Abalo appellierte: "Wir müssen zu hundert Prozent bei der Sache sein, um kämpfen zu können." Der Abwehrmann (Apoel Nikosia) glaubt, dass die Elf aggressiv sein wird und dass ihre größte Stärke die Unbekümmertheit ist. "Ein Plus ist auch unsere Begeisterung. Unser Team ist jung und spielt offensiv. Wir spekulieren nicht, denn jedes Spiel ist eine Herausforderung. Wir werden alles geben", verspricht Abalo stellvertretend.

Advocaat vorsichtig

Die Probleme im Lager des Gegner verleiten die Südkoreaner nicht zum Übermut, eher ist Diplomatie von ihnen zu hören . "Man weiß zwar nicht, ob das ein Vor- oder Nachteil ist, wir wissen aber wie die Togoer spielen, wir haben sie einige Male beobachtet", sagt Teamchef Dick Advocaat, der die Niederländer 1994 ins WM-Viertelfinale und 2004 ins EM-Semifinale geführt hatte. Die Spieler des 64-jährigen Holländers sind jedenfalls zuversichtlich.

"Wir wollen beweisen, dass unser Einzug ins Semifinale vor vier Jahren keine Eintagsfliege war", erklärte Seo Ki-Hyeon. Der Stürmer weiß, dass diesmal mehr Druck auf der Mannschaft liegt als vor 2002, als man bis dahin noch kein einziges WM-Spiel gewonnen hatte, dann aber erst zunächst im Semifinale (0:1 Deutschland) und dann im Spiel um Platz drei (2:3 Türkei) scheiterte. Gegen Togo, die Schweiz und Frankreich werde es nicht einfach, aber "wir sind zuversichtlich, alle drei Mannschaften schlagen zu können". (APA/Reuters/dpa)

  • SÜDKOREA - TOGO (Frankfurt, 15:00 Uhr, SR Graham Poll/England)

    Südkorea: 1 Lee Woon-Jea - 22 Song Chong-Gug, 4 Choi Jin-Cheul, 6 Kim Jin-Kyu, 12 Lee Young-Pyo - 7 Park Ji-Sung, 5 Kim Nam-Il, 13 Lee Eul-Yong - 14 Lee Chun-Soo, 9 Ahn Jung-Hwan, 11 Seo Ki-Hyeon Es fehlt: Kim Dong-Jin (gesperrt)

    Togo: 16 Agassa - 2 Nibome, 3 Abalo, 5 Tchangai, 19 Assemoassa - 8 Agboh, 9 Dossevi, 10 Toure-Maman, 15 Romao - 4 Adedayor, 17 Kader-Coubadja

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      Winnie Schäfer im Anrollen.

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      Die Vorbereitung verläuft suboptimal.

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