Saudiarabien erwartet Rückführung von Guantanamo-Häftlingen

11. Juni 2006, 20:20
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Angebliche Vereinbarung mit Washington

Riad - Die saudiarabischen Behörden erwarten die Rückführung von zwanzig Häftlingen aus dem berüchtigten US-Gefangenenlager Guantánamo in Kuba. In saudiarabischen Presseberichten hieß es am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise in der Hauptstadt Riad, es gebe entsprechende Kontakte mit der US-Regierung über den Termin der Freilassung. Eine vierte Gruppe saudiarabischer Häftlinge war am 18. Mai in ihrem Heimatland eingetroffen. Die saudiarabischen Behörden hatten ihnen das Zusammentreffen mit Angehörigen in einem Gefängnis südlich von Riad erlaubt.

Wegen der Behandlung der Häftlinge in dem Sondergefängnis auf dem Stützpunkt Guantanamo hatte unter anderen der britische Kronanwalt Lord Goldsmith den USA vorgeworfen, gegen elementare Grundsätze des Rechtsstaates zu verstoßen. UNO-Experten haben die Anwendung von Gewalt gegen Gefangene, die Überstellung von Häftlingen in Länder, in denen ihnen Folter droht, und die Verletzung ihrer religiösen Gefühle durch das Militärpersonal in Guantanamo angeprangert. Der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hatte in einem Beitrag für die "Washington Post" über Guantanamo geschrieben: "All das passt zu Unrechtsstaaten, die von amerikanischen Präsidenten in der Vergangenheit immer verurteilt worden sind." (APA/dpa)

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