Vierte Pole in Serie für Alonso

21. Juni 2006, 15:29
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Weltmeister steht in Silverstone ganz vorne - Räikkönen und Schuma­cher auf den Plätzen - Coulthard schneller als Klien

Silverstone - Fernando Alonso startet auch beim Grand Prix von Großbritannien am Sonntag in Silverstone (13:00 Uhr MESZ) aus der Pole Position. Der spanische Formel-1-Weltmeister fuhr mit seinem Renault am Samstag mit 1:20,253 Min. Qualifikations-Bestzeit vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes. In Reihe zwei starten die Ferraris von Michael Schumacher und Felipe Massa. Der Österreicher Christian Klien (Red Bull) geht als 14. aus der siebenten Reihe ins Rennen.

Bestzeit in der Nachspielzeit

Zwei Wochen nachdem er in Monaco die Pole erst nach der Rückversetzung von Schumacher "geerbt" hatte, machte der 24-jährige Weltmeister diesmal schon auf der Piste alles klar. Quasi in der "Überspielzeit" verdrängte Alonso im wegen der Fußball-WM vorverlegten Qualifying Schumacher vom ersten Startplatz, Sekunden später fuhr auch Räikkönen noch am Deutschen vorbei. Damit startet der spanische WM-Dominator und vierfache Saisonsieger zum insgesamt 13. Mal und vierten Mal in Folge aus der ersten Position in einen GP.

Der britische Klassiker auf dem ehemaligen Flugplatz-Kurs wird aber bei ungewöhnlich hohen Temperaturen in Szene gehen. Heftiger Wind und die vielen schnellen und rutschigen Kurven werden das 8. Saisonrennen zudem zu einem Reifenpoker machen. Doch der in der WM 21 Punkte vor Schumacher in Führung liegende Alonso blieb auch nach seinem "Geniestreich" in der Superpole wie stets gelassen. "Zunächst war ich wegen eines Fehlers nur Zweiter. Der zweite Versuch war dann eine ganz normale Runde ohne Fehler, die vierte Pole in Folge ist fantastisch."

Reifenpoker bei heißen Temperaturen

Auch Alonso ist überzeugt, dass die Reifen am Sonntag mitentscheiden. "Wir werden sehen, welche Pneus konstanter sind", sagte der Michelin-Pilot. "Durch die Pole wird es für uns aber sicher leichter!" Bridgestone-Fahrer Schumacher gestand seine Enttäuschung über die verpasste Pole freimütig ein: "Wir wollten eigentlich noch besser sein. Ich wäre natürlich lieber ganz vorne gewesen. Mal sehen, wer am Sonntag wie viel Benzin an Bord hat."

Für Klien bestätigte sich, dass die jüngsten Tests bei Red Bull Racing keinen wirklichen Fortschritt gebracht haben. Auch Teamkollege David Coulthard war trotz eines neuen Getriebes, das dem zweifachen Silverstone-Sieger angeblich bis zu einer halben Sekunden bringen soll, als Elfter nur unbedeutend schneller.

Red Bull nicht in der Entscheidung

Red Bull Racing lancierte allerdings sofort einen Protest, weil der Schotte von Juan Pablo Montoya blockiert worden sein soll. Auf der Straße blieben die beiden RBR-Autos aber wie Vitantonio Liuzzi (13.) und Scott Speed (15.) vom Schwesternteam Toro Rosso wie erwartet in der zweiten Qualiphase auf der Strecke.

Noch schlimmer erwischte es einige Asse, denen man mehr zugetraut hatte. Der Australier Mark Webber (17.) blieb im Williams ebenso schon in der ersten Ausscheidung hängen wie der mächtig enttäuschte Lokalmatador Jenson Button (19.), der im Honda eigentlich auf das Podium fahren wollte. Dem Italiener Jarno Trulli (Toyota) blieb ebenso wie Takuma Sato (Super Aguri) nach Motorschäden nur ein Platz ganz hinten in der Startaufstellung.

Hill stichelt gegen Schumacher

Auch einen Tag nach der mit Spannung erwarteten Sitzung der Fahrer-Vereinigung GPDA kamen die Diskussionen über Michals Schumachers "Straßensperre" von Monaco nicht zur Ruhe. "Er lebt in einer Blase", kritisierte Ex-Weltmeister Damon Hill in der englischen Boulevard-Zeitung "The Sun". Der Österreicher Alexander Wurz gab sich diplomatischer. "Michael hat sich allen Fragen gestellt. Wir haben aber auch beschlossen, nichts nach außen dringen zu lassen."

Niki Lauda kommentierte den Pseudofrieden unter den Fahrern so: "Die Formel-1-Piloten sind egoistische Exzentriker, die alle gewinnen und nicht lange herumdiskutieren wollen. Sie wollen die Dinge nicht weiterschleppen, das bringt nichts." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alonso startet am ehemmaligen Flugfeld ganz vorne.

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