WM-Zuschauer Vachousek: "War eine Woche kaputt im Kopf"

29. Juni 2006, 21:01
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Tscheche hat aber schon neue Motivation gefunden: "Ich will in die CL-Gruppenphase"

Wien - Der 15. Mai 2006 war einer der schwärzesten Tage im Sportlerleben des Stepan Vachousek. Der Name des 26-Jährigen fehlte im 23-Mann-Aufgebot des tschechischen Fußball-Teamchefs Karel Brückner. "Ich war eine Woche kaputt im Kopf", gestand Vachousek am Samstag im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Mittlerweile hat sich der Mittelfeldspieler von ÖFB-Double-Gewinner Austria Wien aber vom Schock erholt: "Ich brauchte eine neue Motivation und die hab' ich gefunden, sie heißt Champions-League-Gruppenphase."

Statt mit Pavel Nedved und Co. ab Montag (erstes Match der Gruppe E in Gelsenkirchen gegen die USA) auf die Jagd nach dem WM-Pokal zu gehen, hat Vachousek am vergangenen Dienstag mit den "Veilchen" in Wien das Vorbereitungstraining aufgenommen. "Ich war sehr traurig und böse, denn ich konnte die Entscheidung nicht verstehen." Auf einen erklärenden Anruf von Brückner wartete Vachousek vergeblich. "Er hat sich nicht bei mir gemeldet."

Zum Auftaktspiel der Tschechen meinte Vachousek: "Es wird nicht leicht, aber Tschechien gewinnt hundertprozentig." Nach Einschätzung von Vachousek wird sein Austria-Kollege Libor Sionko wohl eher selten spielen. "Denn auf der rechten Seite hat er Karel Poborsky vor sich." Die Chancen von Salzburg-Stümer Vratislav Lokvenc stünden hingegen besser. "Er hat gute Chancen, dass er als Joker für 20 oder 30 Minuten statt Jan Koller spielt."

Wie weit die Tschechen kommen werden, hänge vor allem vom Gruppenplatz ab. "Denn wenn sie Zweiter werden, wartet im Achtelfinale wohl Brasilien. Und das ist eine zu schwere Aufgabe. Mit ein bisschen Glück ist aber das Halbfinale möglich."

An einen Abschied von der Austria hat Vachousek, der seine dritte Saison in Violett bestreiten wird, trotz der aktuellen Abwanderungswelle in Wien-Favoriten nicht gedacht. "Ich bleibe noch ein Jahr in Wien, dann werde ich wohl gehen." So lange wie bei der Austria war Vachousek ohnehin fast noch nirgends. "Bei Slavia Prag oder Marseille war ich maximal eineinhalb Jahre. Aber Wien ist schön und ich bin in dreieinhalb Stunden in meiner tschechischen Heimat."

Der U21-Europameister 2002 glaubt, dass seine Ziele Champions-League-Gruppenphase und Verteidigung des Meistertitels trotz des wohl nominell schwächer werdenden Kaders machbar sind. "So viele Abgänge tun weh. Aber wenn wir noch ein, zwei super Spieler bekommen, können wir es schaffen."(APA)

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