Benitez fordert Schadenersatz

29. Juni 2006, 21:01
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Liverpool-Coach nach Cisse-Verletzung: "Als Verein verlieren wir nicht nur einen Spieler, son­dern auch viel Geld"

London - Trainer Rafael Benitez vom englischen Fußball-Rekordmeister Liverpool FC hat vom Weltverband (FIFA) Schadenersatz für die Vereine gefordert, deren Spieler im Rahmen der Weltmeisterschaft schwer verletzt werden. "Ich glaube, die FIFA oder die nationalen Verbände sollten den Klubs in einer solchen Situation etwas zahlen", sagte Benitez der Tageszeitung "Liverpool Echo".

Sein Stürmer Djibril Cisse hatte sich in einem WM-Vorbereitungsspiel der französischen Nationalmannschaft am vergangenen Mittwoch gegen China das Wadenbein gebrochen und fällt mindestens bis November aus. Liverpool wollte den 25-Jährigen nach der WM an Olympique Marseille oder Olympique Lyon verkaufen und hatte die Ablösesumme bereits fest eingeplant. Ein Verkauf sei nun unmöglich, meinte Benitez.

Nach der Verletzung bleibt der Profi damit auf der Gehaltsliste des Premier-League-Klubs. "Es ist klar, es gibt ein Problem mit den Regeln. Als Verein verlieren wir nicht nur einen Spieler, sondern auch viel Geld", erklärte Liverpools Erfolgstrainer.

"Ich gehe davon aus, dass alle Spieler seit dem 15. Mai versichert sind", entgegnete FIFA-Sprecher Andreas Herren. Seit Mitte Mai sind die Spieler freigestellt für die WM. Die Versicherung decke den Ausfall der Lohnkosten, meinte Herren weiter. Zum Fall Cisse sagte er: "Jeder Fall wird im Einzelnen abgeklärt, wie und ab wann Ansprüche geltend gemacht werden können."

Unabhängig von der WM in Deutschland schwelt seit langem ein Konflikt zwischen europäischen Spitzenklubs und der FIFA wegen Ausgleichszahlungen für Nationalspieler, die sich in Länderspielen verletzt haben. Vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) steht noch eine Entscheidung im Fall des SC Charleroi aus. Der belgische Verein hatte die FIFA auf eine Entschädigung von 616.000 Euro wegen der Verletzung seines marokkanischen Stars Abdelmajid Oulmers in einem Länderspiel im November 2004 gegen Burkina Faso verklagt.

Die Interessenvereinigung der europäischen Spitzenklubs (G14) unterstützt die Klage. Die G14 hatte den Schaden für die Vereine durch in Länderspielen verletzte Profis in den vergangenen zehn Jahren auf rund 860 Millionen Euro geschätzt.(APA/dpa)

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    Schmerz lass nach.

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