Bis zu zwanzig Tote bei Gefechten im Grenzgebiet zu Afghanistan

11. Juni 2006, 20:30
posten

Militär meldet Erfolge bei Bekämpfung von Islamisten in Nord-Waziristan

Islamabad - Bei einem Angriff der pakistanischen Streitkräfte sind am Samstag an der Grenze zu Afghanistan 15 bis 20 Islamisten getötet worden. Wie die Armee in Islamabad mitteilte, wurde in der Stadt Drub Lokai in der Provinz Nord-Waziristan ein Lager militanter Islamisten zerstört. In der Region werden viele ausländische Kämpfer, Anhänger des früheren afghanischen Taliban-Regimes und des Terrornetzwerks Al-Kaida, vermutet. Seit Mitte vergangenen Jahres wurden in Nord-Waziristan nach Angaben des pakistanischen Militärs mehr als 300 Extremisten getötet.

Vorwürfe

Afghanische Regierungsvertreter werfen dem Nachbarland Pakistan regelmäßig vor, den Taliban im Grenzgebiet Unterschlupf zu gewähren. Pakistans Staatschef General Pervez Musharraf hatte vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die ultrafundamentalistischen Taliban unterstützt, die 1996 in Kabul mit Hilfe der pakistanischen Geheimdienste an die Macht gekommen waren. Jetzt gehört Pakistan zu den engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Führung in Islamabad erhebt zugleich Anspruch auf Mitsprache in Afghanistan.

Der pro-westliche afghanische Präsident Hamid Karzai hat Pakistan vorgeworfen, in den dortigen Koranschulen werde zum Heiligen Krieg (Jihad) in Afghanistan aufgerufen. Die Regierung in Islamabad wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Die mehr als 10.000 Koranschulen in Pakistan bilden etwa eine Million Schüler aus. (APA/AP/Reuters)

Share if you care.