Palästinenser-Referendum trotz Eskalation

12. Juni 2006, 06:59
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Fatah-Sprecher: "Verzögerung wird Blutvergießen nur verschlimmern"

Ramallah/Gaza/Tel Aviv - Ungeachtet der blutigen Eskalation im Nahost-Konflikt will der palästinensische Präsident Mahmud Abbas am Samstag den Termin für das Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung verkünden. Dies teilte ein Sprecher der Fatah-Bewegung des Präsidenten mit, wie israelische Medien in der Nacht zum Samstag berichteten. Jede Verzögerung werde das Blutvergießen unter den Palästinensern ebenso wie zwischen Israelis und Palästinenser nur noch verschlimmern, sagte er.

Der bewaffnete Flügel der regierenden Hamas-Organisation kündigte unterdessen eine seit einem Jahr weitgehend eingehaltene Waffenruhe auf. Zuvor waren bei israelischen Angriffen mindestens 18 Palästinenser getötet worden.

Abbas wird die Palästinenser voraussichtlich am 31. Juli in einer Volksbefragung über eine Zwei-Staaten-Lösung abstimmen lassen. Das sagte ein Sprecher des Präsidenten. Dabei sollen die Palästinenser über ein politisches Grundsatzpaket entscheiden. Dazu gehört der Vorschlag, einen eigenen Staat im Westjordanland und dem Gazastreifen zu errichten. (APA/dpa)

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