ATX: Crash auf Raten setzt sich fort

13. Juni 2006, 19:36
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Ein Kommentar von Günther Artner und Lukas Maier aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die Wr. Börse erlebte eine sehr schwache Woche und der "Crash auf Raten" setzte sich fort. Was waren die Gründe für diese erneut sehr turbulente Börsenwoche? Die EZB hob wie allseits erwartet die Leitzinsen um 0,25% an. Der Ölpreis gab im Wochenverlauf leicht nach und kann auch nicht zwingend als Begründung angesehen werden. Trotz guter fundamentaler Daten (z.B. voestalpine-Zahlen) überwog einmal mehr die Angst vor Inflation, steigenden Zinsen und politischen Risiken im Konflikt mit dem Iran. Die kritische Marke von 3.500 Punkten wurde vom ATX erneut getestet, konnte aber dank dem erfreulichen Börsenstart am Freitag standhalten. Zu den großen Verlierern gehörte diese Woche einmal mehr die OMV (-9,7%). Mit der OMV hatten betandwin (-12,1%) und die Wiener Städtische (-11,3%) die größten Verluste dieser Woche hinzunehmen. Die Suche nach den Top-Gewinnern dieser Börsenwoche verläuft schwierig. Die Telekom Austria legte im Einklang mit der besseren Stimmung für den Sektor mit 2,6% den stärksten Kursanstieg auf das momentan sehr glatte Börsenparkett. Des Weiteren konnten nur die Bank Austria (+1,8%) und BWT (+0,1%) Kursgewinne verbuchen. Wir rechnen auch nächste Woche mit einer von Volatilität geprägten Seitwärtsbewegung des ATX. Aufgrund der technisch angeschlagenen Situation können neuerliche Tiefststände nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der mittlerweile aber überaus attraktiv gewordenen Fundamentalbewertung raten wir nach und nach zum Einstieg in Blue Chip Titel unserer Empfehlungsliste.
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